1. August Sprendlingen nach Hause

Die letzte Nacht haben wir auf dem Firmengelände von Schmitz Reisemobiltechnik verbracht. Sie verlief ruhig, abgesehen davon, dass gegen ein Uhr der letzte Bus der DB auf demselben Platz abgestellt und der erst früh um fünf Uhr gestartet wurde. Eine seltsame Kombination von Gewerbegebiet, Busparkplatz und Wohnungen umgab uns hier.

Wir mussten bleiben, bis der Kleber der neuen Panoramascheibe trocken war.

Heute Morgen wurde noch die Jalousie hinter der Scheibe wieder angebracht. Wir sind in der Zeit mit den Rädern zum Einkaufen gefahren. Bei der Gelegenheit haben wir mehr von Sprendlingen gesehen.

Ein nettes Örtchen, in dem viele Winzern ansässig sind.

Als wir zurückkamen, war unser Vagabund fast fertig, und wir haben uns gefreut, dass wir nun wieder den Himmel durch die Panoramascheibe sehen können.

Es war sonnig und wurde auch recht warm, als wir die Einkäufe verstaut hatten und losfuhren. Der Plan war, in die Eifel weiterzureisen, um noch einen oder zwei schöne Wandertage zu verleben.

Unterwegs trübte sich aber der Himmel ein und die Wettervorhersage zeigte, dass es Regen und Sturm geben sollte. Da sind wir kurzerhand nach Hause gefahren. Die Strecke über die A61 war noch richtig schön: Mosel- und Ahrtal haben wir überquert und mussten keinen Großstadtverkehr ertragen, um nach Hause zu kommen.

31. Juli Mainz

Früh um acht Uhr haben wir unseren Vagabund zur Firma Schmitz Reisemobiltechnik gefahren, wo wir schon erwartet wurden. Während die neue Panoramascheibe eingebaut wurde, haben wir einen Ausflug mit dem Zug nach Mainz unternommen. Zuerst ging die Fahrt zum Bahnhof Bingen-Stadt, wo wir mit Blick auf das Niederwalddenkmal auf der anderen Rheinseite oberhalb von Rüdesheim lange auf den Anschluss nach Mainz gewartet haben.

Unser erstes Ziel nach der Ankunft war die Kirche St. Stephan, um die Kirchenfenster von Chagall anzusehen. Auf dem Weg dahin haben wir erstmal am Schillerplatz gefrühstückt.

Am Fastnachtsbrunnen vorbei gingen wir danach weiter

und von da aus ziemlich steil bergauf zur Kirche.

Die Chagall-Fenster mit ihren biblischen Szenen leuchten wunderschön.

Der Kreuzgang von St. Stephan gefiel uns auch. Es war wunderbar still hier.

Das Denkmal von St. Martin, dem Schutzpatron der Stadt, war unsere nächste Station.

Von hier aus hatten wir einen schönen Blick über die Stadt und auf den Dom.

Weiter sind wir der Beschilderung zur Bastion mit Resten der Stadtmauer und eines römischen Tores gefolgt, das jetzt inmitten einer sehr schönen Wohnanlage liegt.

Wir haben eine kurze Trinkpause eingelegt. Hinter den Bäumen liegt die Stadtmauer verborgen.

Jetzt wollten wir zur Mainzer Altstadt und kamen an St. Stephan vorbei bergab wieder zu einem Stadttor.

Durch Gassen gelangten wir am Haus der Johanniter vorbei zum Kirschgarten, einem Platz mit mittelalterlichen Fachwerkhäusern.

Wir sind einmal die Fußgängerzone Augustinerstraße rauf- und runtergebummelt.

Am Staatstheater und

am alten Universitätsgebäude vorbei

sind wir zum Karmeliterplatz gekommen und haben unter Bäumen im „Cubo negro“ zu Mittag gegessen. Es gab italienisches Essen, nicht nur Eis!

Danach wollten wir zum Rhein. Durch noch ein Stadttor

vorbei an einer evangelischen Kirche

kamen wir auf die Uferpromenade.

An ihr liegt das Schloss von Mainz, in dem ein Museum untergebracht war, das jetzt wohl wegen Renovierung ausgelagert worden ist.

Die barocken Gebäude, in denen der Landtag von Rheinland-Pfalz und die Staatskanzlei ansässig sind, sind auch Baustelle und werden renoviert.

Wir sind vom Rhein zurück in die Stadt abgebogen und am Platz vor dem Dom angekommen.

Auf der Rückseite erwischten wir einen Tisch in erster Reihe eines Eiscafés.

Von hier aus haben wir die Rückkehr zum Bahnhof und nach Sprendlingen zum Vagabund angetreten.

30. Juli Freibad Sprendlingen

Vor sechs Uhr sind wir aufgestanden und pünktlich um acht Uhr standen wir bei Schmitz Reisemobiltechnik auf dem Hof. Gerade als wir die Fahrräder herunterheben wollten, wurden wir mit Namen begrüßt von einem Mann, der uns mitteilte, dass unser Termin aber erst morgen sei. Stand auch so in Giselas Kalender, in den sie aber nicht mehr geguckt und sich so im Tag geirrt hatte.

Wir haben das getan, was wir ohnehin vorgehabt hatten: Wir sind zum Freibad gefahren. Praktischerweise gibt es dabei einen Wohnmobilstellplatz mit Wasser- und Stromversorgung.

Im Vagabund sitzend haben wir dort unserer jüngsten Enkelin ein Geburtstagsständchen auf Video aufgenommen. Die Aktion hätte man gut als Loriotsketch durchgehen lassen können. Zuerst war es schwierig, ein Selfievideo hinzukriegen, weil wir noch nie gemacht hatten. Dann klang es mal völlig schräg, mal sangen wir verschiedene Texte und mal stimmte die Belichtung nicht. Aber nach unzähligen Versuchen ist es uns doch noch gelungen!

Als wenig später das Freibad um halb zehn öffnete, haben wir zuerst im Schatten einer großen Weide auf dem Gelände Tischtennis gespielt.

Anschließend war uns warm genug, um schwimmen zu gehen. Im Becken zogen nur ein paar andere Erwachsene ihre Bahnen. Gisela ist eine halbe Stunde in dem schönen Wasser geblieben und hat das Schwimmen im Sonnenschein genossen. Der wurde um die Zeit zunehmend heißer und der Bademeister hat über dem von Müttern und Kleinkindern gut besuchten Plantschbecken und über dem Sandkasten die Sonnensegel gespannt.

Zum Mittagessen konnten wir „nach Hause“ gehen. In der Zeit kamen immer mehr Autos mit Badegästen. Wir haben den übrigen Tag beim Wohnmobil verbracht, beim Platzwart vom Tennisclub nebenan die Parkgebühr von acht Euro inklusive Strom und V+E bezahlt und die meiste Zeit gelesen. Nachmittags zogen ein paar Wolken auf und es wehte ein angenehm kühlender Wind.

Es traf sich gut, dass wir so nah an der Versorgungsstelle stehen, dass wir zum Wassertanken gar nicht fahren mussten.

Draußen sitzend hörten wir neben dem Parkplatz einen Bach plätschern.

29. Juli Weingut Lorenz, Bonnheimer Hof bei Hackenheim zu Eura Mobil nach Sprendlingen

Es war schön auf dem Platz vom Weingut Lorenz. Wir haben gestern Abend lecker gegessen und getrunken in der Gutsschänke „Bonnheimer Hof“ und die 350 Jahre alte Platane im Innenhof des Anwesens bewundert. Darauf folgte eine wunderbar ruhige Nacht.

Morgens kam die Sonne wieder zum Vorschein.

Uns gegenüber beschien sie den Weinberg. Bei einem Morgenrundgang

entdeckte Gisela immer noch mehr Tiergehege und prachtvolle Oleander.

Der wirklich schöne Gutshof wirkte heute noch schöner im Sonnenlicht!

Die 350 Jahre alte Platane im Innenhof überragt die Gebäude.

Welch ein Glück, dass wir hier gratis stehen durften! Lediglich zwei Euro für den Strom haben wir bezahlt und das auch nur auf Nachfrage.

Uwe hat vor der Abreise noch unseren Boiler entlüftet, dann sind wir zum Bad Kreuznacher Caravaning Center aufgebrochen. Nach kurzer Fahrt standen wir auf dem Parkplatz, neben uns eine große Anzahl von neuen Eura Mobil Wohnmobilen zum Verkauf. Im benachbarten Sprendlingen steht das Werk von Eura Mobil, verkauft werden sie über Vertragshändler.

Wir waren hergefahren, weil wir einen bestimmten Filter brauchten, den wir nirgendwo finden konnten, und der nur in unserem Modell Contura existiert. Uwe ist in das Büro gegangen und es wurde ein voller Erfolg! Ein Mitarbeiter konnte sich an den Contura, der nicht mehr gebaut wird, und an diesen Filter erinnern. Jemand hat bei Eura angerufen und erfahren, dass es noch drei Stück gebe, die man uns zurücklegen und ausnahmsweise dort verkaufen würde.

Gisela hat in der Zeit den angeschlossenen Fritz Berger Shop in Augenschein genommen und ein Paar Wandersandalen für sich, Gummischlappen für Uwe und fünf Meter Gasschlauch zum Außenanschluss unseres Gasgrills erworben.

Weiter ging’s zum kostenlosen Stellplatz von Eura Mobil, auf dem wir heute übernachten wollen. Direkt gegenüber im Ersatzteillager konnten wir uns gegen einen horrenden Preis die Filter kaufen. Wir haben natürlich trotzdem alle drei genommen!

Unsere Mittagspause haben wir im noch recht kühlen Vagabund verbracht. Stromanschluss ist hier gratis. Sollte es uns zu heiß werden, wenn wir nachmittags keinen Schatten mehr haben, könnten wir sogar die Klimaanlage benutzen.

Wir bleiben hier, weil wir morgen um acht Uhr bei der Firma Schmitz Reisemobile neben dem Eura Mobil Werk eine neue Panoramascheibe eingeklebt bekommen werden. Unsere ist defekt und unsere Versicherung Kravag hat uns die Kostenübernahme schriftlich gegeben.

Nachmittags sind wir zum Freibad von Sprendlingen geradelt, haben uns im Wasser abgekühlt und es uns im Schatten eines Sonnenschirms gemütlich gemacht.

Ein gepflegtes, kleines Schwimmbad mit einem großen Becken, in dem man richtig schwimmen kann, und einem beschatteten Kinderbecken, das aber kein Spaßbad und deshalb wohl nicht überlaufen ist. Uns hat es gefallen!

28. Juli Parkplatz Tiergehege Wildenburg zum Weingut Lorenz, Bonnheimer Hof bei Hackenheim

Letzte Nacht und heute Morgen war es richtig kalt, weshalb es uns von der Höhe zurück ins Nahetal zog. Wasser brauchten wir auch und haben deshalb zuerst am Stellplatz in Ortsmitte von Idar-Oberstein die V+E benutzt. Da es hier überhaupt nicht schön war, sind wir weitergefahren zu einem Parkplatz beim Friedhof am Ortsausgang. Da war es zwar grün und friedlich, aber es gab ein bisschen zu wenig Erlebnismöglichkeiten. Nach dem Mittagessen sind wir deshalb weitergefahren nach Bad Kreuznach.

Wir fuhren an Bad Sobernheim vorbei, wo wir Mitte der 90er Jahre mit Bekannten waren, die uns zu einer Weinprobe ins benachbarte Waldböckelheim zum Weingut Emmerich mitgenommen hatten. Bis wir 2004 unser Seglerleben begonnen haben, haben wir von dort Weine bezogen.

In Bad Kreuznach sind wir einem Tipp in park4night gefolgt und haben einen sehr schönen Platz direkt am Schlosspark gefunden.

Wir wollten gerade zu einem Spaziergang aufbrechen, als ein zornbebender Mountainradfahrer zu uns kam und uns aufforderte, sofort abzufahren, weil er andernfalls Anzeige erstatten würde. Das Parkverbotsschild für Wohnmobile hatten wir nur auf den Parkplatz vor den Häusern bezogen, hier auf der Rückseite stand nichts. Da er sich aber als Anlieger im Recht fühlte und auf keinen Kompromiss einließ, sind wir zum Weingut Lorenz mit Gratisstellplätzen für Wohnmobile bei Hackenheim ausgewichen.

Die Wohnmobilstellplätze sind im Hof vom Gästehaus und Wohnhaus der Winzerfamilie angelegt und es gibt auch Stromanschlüsse. Gegenüber liegen die Weinberge.

Beim Erkunden des Anwesens entdeckten wir einige Requisiten des Weinbauern aus früheren Zeiten mit Tafeln zur Erklärung.

Außer Weinbau wird hier auch Tierhaltung betrieben als Attraktion für Familien mit Kindern.

Die Attraktion für uns ist die Gaststätte, in der wir zu Abend essen möchten.

Und die blühenden Oleander sind wirklich wunderschön!

27. Juli Rothenburghütte bei Hattgenstein zur Wildenburg bei Kempfeld

Freitagnachmittag zogen die ersten Wolken auf.

Noch war es aber heiß und wir genossen unseren Schattenplatz.

Gegen Abend kam ein Mann zu uns, der sich als Mitglied der Mountainbikegruppe von Hattgenstein vorstellte. Er erklärte uns, dass normalerweise mit den Kindern freitags hier trainiert werde und das Training wegen der Hitze ausfalle. Sonst hätten wir es nicht so beschaulich gehabt. Aber niemand hatte etwas dagegen, dass wir hier standen.

Abends trübte sich der Himmel ein und es wurde merklich kühler. Es begann zu regnen und in der Ferne gab es Gewitter.

Am nächsten Morgen hatte die Temperatur sich halbiert. Wir sind die Hunsrückhöhenstraße durch Waldeinsamkeit weiter hinaufgefahren mit dem Ziel, in Morbach bei Rewe und Aldi einzukaufen. Kurz davor sahen wir eine Tankstelle mit Wohnmobilwaschmöglichkeit. Endlich nach langer Zeit konnten wir den Reisedreck noch von unserer Balkanreise loswerden.

Der Einkauf von ein paar Kleinigkeiten und die Rückgabe von vielen Flaschen waren schnell erledigt und weiter ging die Fahrt zum Wildfreigehege Wildenburg. Auf dem dazugehörigen Parkplatz sind Wohnmobile ausdrücklich erlaubt.

Mit dem Engländer aus dem Wohnmobil gegenüber kamen wir ins Gespräch und erfuhren, dass er schon seit zwei Jahren ausschließlich im Wohnmobil lebt und gar keine Wohnung mehr hat.

Später am Nachmittag kam die Sonne heraus und wir haben das wieder schöne Wetter zu einem Rundweg durch den Wald um die Wildenburg genutzt.

Zuerst wurden wir über einen schmalen Felsensteig geführt.

Uwe konnte seinen Wanderstock zur Erhöhung der Trittsicherheit gut gebrauchen.

Der Steig mündete in einen sehr gepflegten Waldweg, auf dem wir zum Parkplatz zurückkamen, über dem die Burg thront.

Am Abend haben wir nach langer Zeit mal wieder gescrabbelt. Es gab nämlich kein Internet!

26. Juli Rothenburghütte bei Hattgenstein, Hunsrück

Es hat sich letzte Nacht angenehm abgekühlt. Als heute Morgen die Sonne auf uns schien, haben wir den Vagabund wieder auf den Schattenplatz an der Straße gestellt.

Wir haben die frühe Stunde für einen Spaziergang im „Zauberwald“ genutzt. Der begann direkt bei der Rothenburghütte und wir sind dem Wanderzeichen auf einem eineinhalbstündigen Rundweg gefolgt, der speziell für Kinder liebevoll gestaltet worden ist.

Einiges war auch für uns interessant.

Durch einen anderen Eingang zum Zauberwald kamen wir aus dem Wald heraus und es bot sich uns ein weiter Blick ins Land.

Als wir von dort aus wieder in den Wald kamen, erschreckten wir eine kleine Schlange auf dem Weg, die sich eilig davonmachte. Leider wussten wir nicht, welche es war, und zum Fotografieren kamen wir auch nicht bevor sie verschwand.

Bald darauf waren wir zurück bei der Rothenburghütte, haben noch den Aussichtsturm daneben bestiegen und uns die Umgebung betrachtet.

Danach wurde es uns zu warm für weitere Aktivitäten.