8. November Puerto Lápice-Cordoba

Bei Sonnenaufgang zeigte unser Thermometer draußen nur zwei Grad!

Wir hatten es aber gemütlich warm und gut geschlafen. Die Nacht war wunderbar ruhig.

Gegen zehn Uhr sind wir losgefahren zur nahe gelegenen Autobahn A-4 Richtung Cordoba. Schnurgerade und mit wenig anderen Fahrzeugen reisten wir auf ihr durch die La Mancha.

Beim Überqueren der Sierra Morena gab es wieder Kurven und wir trafen auf Transporter von Windradflügeln.

Nahe dem Städtchen La Carolina, das schon in Andalusien auf der Südseite der Sierra Morena liegt, haben wir Mittagspause gemacht. Wir waren auf 600 Meter Höhe und der Wind wehte noch recht kühl.

Von da aus ging es stetig bergab und es wurde immer wärmer. Auch die Vegetation änderte sich: Olivenhaine, soweit das Auge reichte, Weingärten, blühende Oleanderbüsche an der Autobahn und irgendwann die erste Palme.

Den Wohnmobilstellplatz von Cordoba haben wir leicht gefunden und uns eine ruhige Ecke in der Sonne gesucht.

Bald sind wir zu Fuß in die Altstadt gegangen. Nur eben über die Straße, dann gelangten wir durch ein Tor in der Stadtmauer in die mittelalterlichen Gassen.

Unser erstes Ziel war der Alcazar, das Schloss, das die christlichen Könige sich nach der Eroberung der Stadt ab 1328 erbaut hatten.

Da wir über 65 Jahre alt sind, brauchten wir keinen Eintritt zu bezahlen. Wir sind zuerst durch den Palastgarten gebummelt, weil die Sonne so schön schien.

Granatäpfel hingen noch am Baum und der Oleander blühte.

Im Palast gab es wenig zu sehen, aber schöne Innenhöfe, die uns gefielen.

Wir sind weitergegangen zur größten Sehenswürdigkeit Cordobas, der Mesquita-Catedral. Hier hatte schon zu römischer Zeit ein Tempel gestanden, danach eine westgotische Kathedrale. 784 wurde sie nach der Eroberung durch die Mauren abgerissen und die Moschee gebaut. Sie ist einer der größten Sakralbauten der Welt.

Als 1236 Ferdinand von Kastilien Cordoba erobert hatte, wurde sie zur Kirche geweiht. 1523 begann man, in die Moschee eine Kathedrale zu bauen. Wir kamen durch ein Tor zunächst in den Orangengarten und sahen den Glockenturm, das frühere Minarett.

Nachdem wir einen ermäßigten Eintrittspreis bezahlt hatten, konnten wir die unglaublich große und beeindruckende Moschee-Kathedrale betreten.

Die Säulen in der Gebetshalle sind alle wiederverwendet von Bauten aus der römischen Zeit, als hier noch die römische Provinz Baetica war. Es gab an der Stelle schon einen Tempel der Römer und dann eine westgotische Kathedrale, die zerstört wurde, bevor mit dem Bau der Moschee im 8. Jahrhundert begonnen wurde. Als 1236 Cordoba von Ferdinand von Kastilien zurückerobert wurde, wurde die Moschee zur Kirche geweiht. Im 16. Jahrhundert wurde dann die Kathedrale hineingebaut.

Die Gebetsnischen sind besonders prächtig mit goldenen Mosaiksteinen geschmückt, einem Geschenk des christlichen Kaisers aus Byzanz an den Kalifen von Cordoba.

Gegenüber auch eine prächtige Nische.

Dann kamen wir plötzlich in einen völlig anderen Bau: die Kathedrale.

Nach diesem Eindruck zog es uns zum Guadalquivir. Durch ein Stadttor unterhalb der Moschee kamen wir auf die Römerbrücke, die heute nur noch für Fußgänger zugelassen ist. Viele Menschen genossen den Spaziergang über den Fluss in der warmen Sonne.

Zurückgekehrt zum Stadttor, sind wir diesmal auf der Uferpromenade Richtung Wohnmobilplatz weitergegangen. Von hier aus konnten wir die Brücke und den Fluss sehr schön im Spätnachmittagslicht leuchten sehen.

Ein riesiges, altes Mühlrad entdeckten wir außerdem.

Noch einmal kamen wir am Alcazar vorbei.

Ein vorher geschlossenes Tor stand jetzt offen und ein Reiter führte gerade sein Pferd hinaus. Hier findet fast täglich eine Pferdeschau statt.

7. November Pinto-Toledo-Puerto Lápice

Letzte Nacht hat es geregnet, aber die Sonne kam, als wir aufstanden. Wir haben den Tag gemütlich begonnen, noch die V+E des Wohnmobilplatzes von Pinto genutzt, und sind dann nach Toledo gestartet. Über eine kostenfreie Autobahn kamen wir schnell voran, haben an der Tankstelle eines Einkaufszentrums vor der Stadt für 1,10.9 €/l unseren Dieseltank gefüllt und sind anschließend zu einem großen Parkplatz am Tajo gefahren. Dort wurde uns die Einfahrt verwehrt, aber wenige Kilometer weiter konnten wir auf einem kostenfreien Parkplatz den Vagabund abstellen. Von hier aus gelangten wir über eine Fußgängerrampe in Serpentinen hinauf zu einem Stadttor der Altstadt von Toledo.

Toledo war schon zu römischer Zeit dicht besiedelt, dann Hauptstadt des westgotischen Königreichs, wurde 711 von den Mauren erobert und entwickelte sich unter ihrer Herrschaft zu Spaniens Zentrum für Kunst und Bildung. Anhänger der drei Religionen Christentum, Judentum und Islam lebten friedlich miteinander, bis 1085 der spanische König Alfons VI. die Stadt eroberte und die katholische Kirche der Toleranz ein Ende bereitete.

Wir haben unseren Rundgang am Franziskanerkloster Monasterio de los Reyes begonnen, das die katholischen Könige Isabella und Ferdinand im 15. Jahrhundert als Provokation mitten im Judenviertel erbauen ließen, um die Vorherrschaft ihres Glaubens zu demonstrieren.

Am Museo El Greco vorbei kamen wir zur Iglesia Santo Tomé. In einer Seitenkapelle, die wir nicht besucht haben, hängt auch ein Gemälde von El Greco, der in Toledo gelebt hat und hier gestorben ist.

Durch enge Gassen kamen wir an einem Gebäude der Universität von Toledo, Provinz Castilia-Mancha, vorbei.

Kurze Zeit später standen wir vor der gotischen Kathedrale. Zur Zeit der muslimischen Herrschaft stand hier Toledos Hauptmoschee, die 1085 zerstört wurde.

Gegenüber an der Plaza del Ayuntamiento das Rathaus.

Von hier aus sind wir steil bergauf zum Alcazar gestiegen.

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Ursprünglich eine im 10. Jahrhundert von einem muslimischen Herrscher erbaute Festung, später königliche Residenz und nach dem Wegzug des Hofes nach Madrid zur Militärakademie umgewandelt. Heute sind darin ein Militärmuseum und eine Bibliothek untergebracht. (Leider haben wir keine Außenaufnahme machen können.)

Wir sind mit dem Lift ganz nach oben zur Cafeteria gefahren, weil man von dort einen weiten Blick über Toledo hat.

Nach kurzem Aufenthalt ging es weiter zur Plaza de Zocodover, jahrhundertelang Marktplatz, Arena für Stierkämpfe und Standort der Scheiterhaufen während der Inquisition.

Von dort noch einmal quer durch den muslimischen Teil der Stadt, um zum Ausgangspunkt zurückzukehren.

Das Gebäude oben beherbergt eine Sprachenschule. Wegen der Vielsprachigkeit der Bewohner im Mittelalter gab es hier immer schon Übersetzer.

Weiter bergab gingen wir zurück zum Stadttor Puerta del Cambron, früher auch Judentor genannt.

Als wir auf der Fußgängerrampe standen, sahen wir den Tajo in der Ferne und unseren Vagabund unter uns.

Wir haben uns als Übernachtungsplatz einen Wohnmobilplatz nahe der Autobahn nach Cordoba gesucht und sind eine Stunde weitergefahren durch die La Mancha nach Puerto Lápice.

Hier konnten wir noch ein wenig in der Sonne sitzen und sahen auf dem Hügel gegenüber Windmühlen wie die, gegen die im Roman von Cervantes Don Quixote de la Mancha gekämpft hat.

6. November Madrid

Der Tag begann kalt, aber sonnig. Gegen halb elf waren wir am Bahnhof Pinto, um in die Stadt zu fahren. Wir haben am Schalter jeder eine aufladbare Fahrkarte für 0,20 € gekauft und direkt für Hin- und Rückfahrt mit 5,50€/pro Person aufladen lassen.

Mit dem Vorortzug C3 dauerte es eine halbe Stunde, bis wir im U-Bahnhof Sol ankamen. Rolltreppen beförderten uns über mehrere Etagen nach draußen auf die Plaza Puerta del Sol, benannt nach dem Stadttor, das hier mal stand.

Das beherrschende Gebäude des Platzes ist das frühere Hauptpostgebäude, heute Sitz der Regionalregierung von Madrid.

Von hier aus war es nur ein kurzer Weg über die Calle Mayor

zum Hauptplatz der Stadt, der Plaza Major, auf der zur Zeit der Inquisition Verbrennungen und Hinrichtungen und später Stierkämpfe stattgefunden haben.

In der Nähe stießen wir auf die Plaza San Miguel

und sind durch die schöne, alte Markthalle Mercado de San Miguel geschlendert.

Die Plaza de la Villa, wieder nur wenig weiter, gefiel uns mit ihrem ehemaligen, im Barockstil erbauten Rathaus aus dem 17. Jahrhundert.

Inzwischen waren wir hungrig geworden und sind in ein kleines Lokal eingekehrt, in dem nur einheimische Gäste außer uns waren, und haben das Tagesmenü gegessen.

Von dort aus war es nicht weit zur Kathedrale aus dem 19. Jahrhundert, die nicht besonders interessant ist,

und zum Königspalast daneben. Hier kamen wir gerade rechtzeitig an, als zuerst mit Musik Soldaten aus dem Vorhof herausmarschiert kamen, gefolgt von Reitern und Kutschpferden.

Wir haben nicht erfahren, warum dieser Aufmarsch stattgefunden hat. Als wir hinterher am Schloss vorbeigegangen sind, konnten wir beobachten, dass die Pferde wieder verladen wurden.

Gegenüber vom Schloss sahen wir die Oper. Viele Schulklassen rasteten hier mittags.

Wir sind um das Schloss und den wunderschönen Schlosspark, den man leider nicht betreten kann, herumgegangen nach unten zum Fluss Manzanares und haben dort die Ruhe genossen.

Der Fluss ist eher ein Flüsschen, aber die Stadt hat eine schöne Erholungszone an seinem Ufer gestaltet. Über die alte Segoviabrücke und dann bergauf kamen wir wieder zur Kathedrale. Am Weg lagen die wenigen übrig gebliebenen Mauerreste aus maurischer Zeit.

Wir sind noch einmal zurückgekehrt zur Plaza de Oriente zwischen Königspalast und Opernhaus und haben uns dort auf eine Bank in die Sonne gesetzt.

Dabei hatten wir Unterhaltung durch die Menschen, die sich auf einem Sofa sitzend mit dem Palast als Hintergrund gegenseitig fotografierten.

Außerdem gab es eine Gruppe von Streichern mit einem Gitarristen und einer Sängerin, denen wir sehr gerne zugehört und dabei die Atmosphäre genossen haben. Neben uns die Reiterstatue von Philipp IV., entworfen von Velázquez, dahinter das Teatro Real, die Oper, und schöne Wohnhäuser.

Erst als die Sonne nicht mehr ganz so wärmte, sind wir durch die Calle del Arenal

zurückgegangen zur Plaza Puerta del Sol. Dort vorbei am Denkmal des Bären mit Erdbeerbaum, dem Wahrzeichen von Madrid.

Wir wollten noch den Paseo del Prado besuchen, an dem das berühmte Museo del Prado liegt. Auf dem Weg dorthin sahen wir schöne alte Verwaltungsgebäude.

Auch Hotels der Oberklasse liegen in der Umgebung vom Paseo do Prado.

Das Riz ist leider zur Zeit eingerüstet und auch am Pradomuseum gab es eine Baustelle. Wir waren nur kurz am Paseo, haben das Denkmal für den Aufstand gegen die französische Besatzung am 2. März 1808 passiert,

sind zurückgegangen Richtung Plaza Puerta del Sol und kamen noch am Parlamentsgebäude vorbei.

Auf dem Weg lockte uns ein Café an, in dem wir zwar einen sehr unfreundlichen Kellner ertragen mussten, aber durch Cappuccino, eine Süßspeise vom Feinsten und schönes Ambiente entschädigt wurden.

Danach haben wir uns auf die Rückfahrt nach Pinto gemacht, haben neben dem Wohnmobilplatz bei Leclerc noch kurz eingekauft und sind nach acht Stunden zufrieden, aber müde, in unserem mobilen Zuhause angekommen.

5. November San Sebastian nach Pinto bei Madrid

Gestern Abend sind wir durch „unser“ Viertel bei der baskischen Universität spaziert, das wir noch sehr gut in Erinnerung hatten von unserem Besuch im Januar 2017 auf unserer ersten Wohnmobilreise. Es hat uns auch gestern wieder gefallen, wie die Menschen, darunter viele Studenten, draußen vor kleinen Lokalen standen und bei Bier oder Wein miteinander erzählten.

Trotzdem sind wir heute weitergefahren, weil es regnete. Im Regen haben wir die Fahrt über mautfreie Autobahnen durch das Gebirge zuerst nach Vitoria-Gasteiz unternommen. Es sieht dort aus wie in Österreich.

Dann weiter, immer noch im Regen, an Burgos vorbei, das wir in der Ferne liegen sahen.

Von da aus fuhren wir geradewegs nach Süden und manchmal rissen die Wolken schon auf.

Als Ziel hatten wir uns das schöne mittelalterliche Dorf Pedraza gesetzt mit Burg und Aquädukt, 150 Kilometer vor Madrid. Als wir von der Autobahn aus sahen, wie tief die Wolken dort in den Bergen hingen, sind wir aber weitergefahren. Staufrei um Madrid herum nach Pinto,

einem Ort mit Wohnmobilplatz und Bahnhof, von dem aus man in einer halben Stunde ins Zentrum von Madrid gelangen kann, wie wir von der App campercontact wussten.

Endlich zeigte sich blauer Himmel! Wir haben später schonmal den Weg zum Bahnhof erkundet, damit wir morgen ohne Probleme in die Stadt kommen.

Hier war es auch schon nett. Die Kinder wurden aus der Schule in der Nähe abgeholt und man traf sich auf diesem Platz vor der Kirche.

4. November Nersac nach San Sebastian

Regen und Wind hatten über Nacht nachgelassen. Wir haben nach dem Frühstück noch Wasser getankt und die Entsorgung genutzt.

Eine kurze Strecke ging es zurück auf die vierspurige N10, die nahtlos in die A10 bis Bordeaux überging. Wir überquerten zuerst die Dordogne, dann die

Garonne und sahen von der Brücke aus Bordeaux in der Ferne.

2017 hatten wir die Stadt im Frühling besucht, heute sind wir durch reichlich Verkehr daran vorbeigefahren auf die A 63. 250 Kilometer weiter mussten wir tanken und sind dazu von der Autobahn abgebogen. Gisela wollte außerdem noch französischen Käse einkaufen, weshalb wir zum Intermarché in Castets gefahren sind. Käse haben wir dort bekommen, Diesel nicht, obwohl es eine Tankstelle gab. Den haben wir bei der für französische Verhältnisse günstigen Totaltankstelle in der Nähe nur für 15 Euro getankt, weil er 1,42.9 €/l kostete. Wir wussten, dass wir damit bis Spanien kämen, wo der Diesel wesentlich billiger ist.

Bisher waren wir mautfrei durch Frankreich gereist, aber die letzten 120 Kilometer sollten über Landstraßen zweieinhalb und über die A 63 eineinhalb Stunden dauern. Da die Fahrt sowieso ziemlich durch ständige Regengüsse erschwert war, haben wir lieber Maut bezahlt.

Auf Reserve fahrend erreichten wir eine Tankstelle in Lezo vor San Sebastian, die uns unsere App Benzinpreis-Blitz als günstigste in der Umgebung angezeigt hatte. Hier haben wir unseren Tank für 1,12.9 €/l gefüllt!

Wir erreichten den Wohnmobilstellplatz von San Sebastian bei der Universität problemlos. Hier haben wir auf unserer ersten Wohnmobilreise im Januar 2017 mehrere Tage gestanden und die Stadt genossen. Damals war es zwar kalt, aber sonnig. Heute regnet es leider und wir werden wohl morgen weiterfahren, bis wir Sonne sehen.

3. November Ruhetag in Nersac

Letzte Nacht hat es ohne Ende gestürmt und laut prasselnd auf unser Dach geregnet. Beim Aufwachen haben wir beschlossen, nicht weiterzureisen. Schon gestern waren die Böen beim Fahren recht unangenehm gewesen und seitdem hatte der Wind noch deutlich zugelegt.

Unser Stellplatz erwies sich als ausgesprochener Glücksfall! Wir hatten alle Versorgung, dazu noch gratis, und es war nachts bis auf die wetterbedingten Geräusche ganz still. Im Laufe des Tages haben wir in Regenpausen die Umgebung erkundet. Das Château de la Foucaudie neben unserem Platz, heute das Rathaus von Nersac, hatten wir gestern schon gesehen.

Daneben steht die romanische Kirche Saint-Pierre.

Reger Autoverkehr herrschte davor am Vormittag, aber nicht wegen eines Kirchenbesuchs, sondern weil der Laden daneben geöffnet war. Dort kann man alles bekommen, von Obst und Gemüse über Fleisch bis Haushaltwaren.

Davor gab es sogar einen Stand mit frischen Austern!

Und gegenüber kann man tanken, allerdings zu horrenden Preisen.

Auf der gegenüberliegenden Seite des Parks beeindruckten uns die Grabhäuser auf dem Friedhof.

In der nächsten Regenpause sind wir zur Charente spaziert. Auf dem Weg dahin kam gerade ein Nahverkehrszug vorbei.

Die Charente ist von der Mündung bis Angoulême zwölf Kilometer flussaufwärts von hier schiffbar und mündet gegenüber der Île d‘ Oléron in den Golf von Biscaya. An ihr liegt auf ihrem Weg zur Mündung der Ort Cognac, berühmt für den Weinbrand. Für dessen Transport war der Fluss früher von Bedeutung, heute fahren hier nur Touristen mit ihren Booten.

2. November von Léré nach Nersac bei Angoulême

Unsere Heizung hat letzte Nacht im Gasbetrieb störungsfrei bei Außentemperaturen über 10 Grad funktioniert! Also lag der Fehler vorher, wie vermutet, am falschen Gasgemisch für niedrigere Temperaturen.In einer Regenpause hat Gisela morgens einen kleinen Spaziergang gemacht, um die Umgebung zu erkunden.Gerade rechtzeitig, als Hunderte von Kranichen über uns zogen!Wir sind dann auch weitergezogen gen Süden.Bis Vierzon, wo wir bei Super U relativ günstig für 1,39 € tanken konnten, auf ziemlich schmalen Sträßchen, aber dann recht flott über die mautfreie A20 bis kurz vor Limoges. Mit Unterbrechung wegen Mittagspause und Fahrerwechsel beim Intermarché in Argenton-sur-Creuse nahe der Autobahn.Den Übernachtungsplatz in Nersac nahe Angoulême hatten wir uns auf der App campercontact ausgesucht, weil er V+E mit Strom kostenlos bietet.Heute fanden wir, wie gestern, schon ein britisches Womo vor, aber es gab noch drei freie Steckdosen und wir kamen auch in den Genuss!Da es immer noch regnete, haben wir nur mal kurz in einer Regenpause die Umgebung erkundet, sind aber zügig wieder ins Trockene zurückgekehrt. Immerhin haben wir das stilvolle Rathaus nebenan bewundern können!

1. November von der Mosel an die Loire

Gestern Abend zogen zwei Mal laut trompetend Kraniche über uns durch die Dunkelheit nach Süden. Zugvögel wie wir, die vor dem Winter fliehen.

Heute Morgen war deutlich zu sehen, dass der goldene Oktober vorbei ist und grauer November begonnen hat. Nebel und Nieselregen erwarteten uns.

Um neun Uhr sind wir Richtung Troyes gestartet. Zuerst über die mautfreie A31 nach Nancy, dann über die sehr gut ausgebaute N4 bis Vitry-le-François. Weiter über Landstraßen Richtung Troyes. Der Nieselregen ließ nicht nach und irgendwo vor Troyes haben wir uns eingestanden., dass wir beide keine Lust auf Stadtbesichtigung am Feiertag im Regen hatten.

Während der Mittagspause haben wir uns als neues Ziel bei campercontact einen kleinen Stellplatz in Léré am Loirekanal ausgesucht.

Leider war auch hier alles grau in grau. Einen einsamer Angler und zwei Wohnmobilnachbarn fanden wir vor. Das Womo aus Großbritannien hatte sogar gratis Stromanschluss, die zweite Steckdose war leider stromlos. Der freundliche Brite wollte mit uns den Anschluss teilen, aber wir hatten alle keinen passenden Splitter. So müssen wir wieder unsere Heizung im Gasbetrieb benutzen und können nur hoffen, dass sie funktioniert.

Auf der Fahrt heute sind wir an der Mosel, dem zweitlängsten Nebenfluss des Rheins, gestartet, haben dann die Maas, den weitaus längsten Nebenfluss des Rheins und auch die Marne, Nebenfluss der Seine, und die Seine selbst bei Troyes überquert. Zum Schluss ging es auf dieser Reise 400 Kilometer diagonal durch Frankreich noch über die Loire.

31. Oktober Trier nach Metz

Die erste Nacht im Wohnmobil verlief nicht wie gewünscht, weil unsere Alde-Heizung trotz des Werkstattaufenthaltes bei einem Alde-Spezialisten denselben Fehler hatte wie zuvor. Sie schaltete sich bei Gasbetrieb ständig ab! Die Stromversorgung vom Stellplatz gestattete schließlich auf niedrigster Stufe den Heizungsbetrieb, sodass wir nicht zu frieren brauchten. Wir hoffen, dass der Fehler an der falschen Gasmischung für diese niedrigen Temperaturen lag.

Morgens war es wunderschön, kalt, aber sonnig. Die alte Römerbrücke, über die wir gestern in die Stadt gegangen waren, sah man in der Ferne.

Viele andere Wohnmobile hatten die Nacht hier verbracht, aber alle waren ruhig gewesen.

Morgens nervte uns auch noch, dass ein Ventil vom Boiler undicht war und ständig die Wasserpumpe ansprang. Als Uwe das Problem nicht beheben konnte, sind wir zu einer Wohnmobilwerkstatt in Trier gefahren. Hier wurde uns schnell geholfen und das Ventil ausgetauscht.

Da es inzwischen Mittag geworden war, sind wir zuerst nur bis Luxemburg gefahren, haben dort an der Autobahn preiswert Diesel getankt und auf dem Parkplatz gerastet. Danach war es nicht mehr weit nach Metz, das wir umfahren und uns auf den Wohnmobilplatz der Marina von Scy-Chazelles an die Mosel gestellt haben.

Wir waren die einzigen Gäste und im Marinabüro war niemand, bei dem wir bezahlen konnten, obwohl es geöffnet sein sollte. Eigentlich wollten wir noch in die Stadt Metz radeln, um sie kennenzulernen. Aber dann reichte der Elan nur noch für einen Spaziergang an der Mosel.

30. Oktober nach Trier

Heute sind wir zu unserer Überwinterung in Spanien gestartet. Wie immer, gab es unheimlich viel zu bedenken, wenn wir für geplante acht Monate unser Zuhause ins Wohnmobil verlegen. Deshalb konnten wir erst gegen Mittag starten und erreichten gegen vier Uhr nachmittags Trier. Hier sind wir auf den Wohnmobilplatz an den Moselauen gefahren. Wir haben an der Schranke eine Karte gezogen, die wir mit Guthaben aufladen konnten, nachdem wir uns einen Platz mit Moselblick gesucht hatten. Stromanschluss haben wir noch gelegt, dann sind wir am Fluss entlang und über die Römerbrücke in die Altstadt gegangen.

Gerade noch im Hellen haben wir es zur Porta nigra geschafft, die wir beide ehedem im Rahmen von Klassenreisen kennengelernt hatten.

Heute wehte ein scharfer Ostwind und es zog uns zurück in die Altstadt.

Bald kam auch der Wunsch nach einer gastlichen Stätte auf. Auf dem Hinweg hatten wir uns eine ausgeguckt, die glücklicherweise schon um 18 Uhr öffnete. Der Bediener war zwar schlecht gelaunt, aber wir haben uns am Essen, den netten Gästen und am Ambiente erfreut.

Gewärmt und gesättigt sind wir zurückgekehrt „nach Hause“. Leider war das Zuhause recht kühl, weil die gebuchte Stromversorgung überfordert gewesen war, unsere Heizung und den Kühlschrank zu betreiben. Aber mithilfe von unserer Gasversorgung lief dann alles.

1. August Sprendlingen nach Hause

Die letzte Nacht haben wir auf dem Firmengelände von Schmitz Reisemobiltechnik verbracht. Sie verlief ruhig, abgesehen davon, dass gegen ein Uhr der letzte Bus der DB auf demselben Platz abgestellt und der erst früh um fünf Uhr gestartet wurde. Eine seltsame Kombination von Gewerbegebiet, Busparkplatz und Wohnungen umgab uns hier.

Wir mussten bleiben, bis der Kleber der neuen Panoramascheibe trocken war.

Heute Morgen wurde noch die Jalousie hinter der Scheibe wieder angebracht. Wir sind in der Zeit mit den Rädern zum Einkaufen gefahren. Bei der Gelegenheit haben wir mehr von Sprendlingen gesehen.

Ein nettes Örtchen, in dem viele Winzern ansässig sind.

Als wir zurückkamen, war unser Vagabund fast fertig, und wir haben uns gefreut, dass wir nun wieder den Himmel durch die Panoramascheibe sehen können.

Es war sonnig und wurde auch recht warm, als wir die Einkäufe verstaut hatten und losfuhren. Der Plan war, in die Eifel weiterzureisen, um noch einen oder zwei schöne Wandertage zu verleben.

Unterwegs trübte sich aber der Himmel ein und die Wettervorhersage zeigte, dass es Regen und Sturm geben sollte. Da sind wir kurzerhand nach Hause gefahren. Die Strecke über die A61 war noch richtig schön: Mosel- und Ahrtal haben wir überquert und mussten keinen Großstadtverkehr ertragen, um nach Hause zu kommen.

31. Juli Mainz

Früh um acht Uhr haben wir unseren Vagabund zur Firma Schmitz Reisemobiltechnik gefahren, wo wir schon erwartet wurden. Während die neue Panoramascheibe eingebaut wurde, haben wir einen Ausflug mit dem Zug nach Mainz unternommen. Zuerst ging die Fahrt zum Bahnhof Bingen-Stadt, wo wir mit Blick auf das Niederwalddenkmal auf der anderen Rheinseite oberhalb von Rüdesheim lange auf den Anschluss nach Mainz gewartet haben.

Unser erstes Ziel nach der Ankunft war die Kirche St. Stephan, um die Kirchenfenster von Chagall anzusehen. Auf dem Weg dahin haben wir erstmal am Schillerplatz gefrühstückt.

Am Fastnachtsbrunnen vorbei gingen wir danach weiter

und von da aus ziemlich steil bergauf zur Kirche.

Die Chagall-Fenster mit ihren biblischen Szenen leuchten wunderschön.

Der Kreuzgang von St. Stephan gefiel uns auch. Es war wunderbar still hier.

Das Denkmal von St. Martin, dem Schutzpatron der Stadt, war unsere nächste Station.

Von hier aus hatten wir einen schönen Blick über die Stadt und auf den Dom.

Weiter sind wir der Beschilderung zur Bastion mit Resten der Stadtmauer und eines römischen Tores gefolgt, das jetzt inmitten einer sehr schönen Wohnanlage liegt.

Wir haben eine kurze Trinkpause eingelegt. Hinter den Bäumen liegt die Stadtmauer verborgen.

Jetzt wollten wir zur Mainzer Altstadt und kamen an St. Stephan vorbei bergab wieder zu einem Stadttor.

Durch Gassen gelangten wir am Haus der Johanniter vorbei zum Kirschgarten, einem Platz mit mittelalterlichen Fachwerkhäusern.

Wir sind einmal die Fußgängerzone Augustinerstraße rauf- und runtergebummelt.

Am Staatstheater und

am alten Universitätsgebäude vorbei

sind wir zum Karmeliterplatz gekommen und haben unter Bäumen im „Cubo negro“ zu Mittag gegessen. Es gab italienisches Essen, nicht nur Eis!

Danach wollten wir zum Rhein. Durch noch ein Stadttor

vorbei an einer evangelischen Kirche

kamen wir auf die Uferpromenade.

An ihr liegt das Schloss von Mainz, in dem ein Museum untergebracht war, das jetzt wohl wegen Renovierung ausgelagert worden ist.

Die barocken Gebäude, in denen der Landtag von Rheinland-Pfalz und die Staatskanzlei ansässig sind, sind auch Baustelle und werden renoviert.

Wir sind vom Rhein zurück in die Stadt abgebogen und am Platz vor dem Dom angekommen.

Auf der Rückseite erwischten wir einen Tisch in erster Reihe eines Eiscafés.

Von hier aus haben wir die Rückkehr zum Bahnhof und nach Sprendlingen zum Vagabund angetreten.

30. Juli Freibad Sprendlingen

Vor sechs Uhr sind wir aufgestanden und pünktlich um acht Uhr standen wir bei Schmitz Reisemobiltechnik auf dem Hof. Gerade als wir die Fahrräder herunterheben wollten, wurden wir mit Namen begrüßt von einem Mann, der uns mitteilte, dass unser Termin aber erst morgen sei. Stand auch so in Giselas Kalender, in den sie aber nicht mehr geguckt und sich so im Tag geirrt hatte.

Wir haben das getan, was wir ohnehin vorgehabt hatten: Wir sind zum Freibad gefahren. Praktischerweise gibt es dabei einen Wohnmobilstellplatz mit Wasser- und Stromversorgung.

Im Vagabund sitzend haben wir dort unserer jüngsten Enkelin ein Geburtstagsständchen auf Video aufgenommen. Die Aktion hätte man gut als Loriotsketch durchgehen lassen können. Zuerst war es schwierig, ein Selfievideo hinzukriegen, weil wir noch nie gemacht hatten. Dann klang es mal völlig schräg, mal sangen wir verschiedene Texte und mal stimmte die Belichtung nicht. Aber nach unzähligen Versuchen ist es uns doch noch gelungen!

Als wenig später das Freibad um halb zehn öffnete, haben wir zuerst im Schatten einer großen Weide auf dem Gelände Tischtennis gespielt.

Anschließend war uns warm genug, um schwimmen zu gehen. Im Becken zogen nur ein paar andere Erwachsene ihre Bahnen. Gisela ist eine halbe Stunde in dem schönen Wasser geblieben und hat das Schwimmen im Sonnenschein genossen. Der wurde um die Zeit zunehmend heißer und der Bademeister hat über dem von Müttern und Kleinkindern gut besuchten Plantschbecken und über dem Sandkasten die Sonnensegel gespannt.

Zum Mittagessen konnten wir „nach Hause“ gehen. In der Zeit kamen immer mehr Autos mit Badegästen. Wir haben den übrigen Tag beim Wohnmobil verbracht, beim Platzwart vom Tennisclub nebenan die Parkgebühr von acht Euro inklusive Strom und V+E bezahlt und die meiste Zeit gelesen. Nachmittags zogen ein paar Wolken auf und es wehte ein angenehm kühlender Wind.

Es traf sich gut, dass wir so nah an der Versorgungsstelle stehen, dass wir zum Wassertanken gar nicht fahren mussten.

Draußen sitzend hörten wir neben dem Parkplatz einen Bach plätschern.

29. Juli Weingut Lorenz, Bonnheimer Hof bei Hackenheim zu Eura Mobil nach Sprendlingen

Es war schön auf dem Platz vom Weingut Lorenz. Wir haben gestern Abend lecker gegessen und getrunken in der Gutsschänke „Bonnheimer Hof“ und die 350 Jahre alte Platane im Innenhof des Anwesens bewundert. Darauf folgte eine wunderbar ruhige Nacht.

Morgens kam die Sonne wieder zum Vorschein.

Uns gegenüber beschien sie den Weinberg. Bei einem Morgenrundgang

entdeckte Gisela immer noch mehr Tiergehege und prachtvolle Oleander.

Der wirklich schöne Gutshof wirkte heute noch schöner im Sonnenlicht!

Die 350 Jahre alte Platane im Innenhof überragt die Gebäude.

Welch ein Glück, dass wir hier gratis stehen durften! Lediglich zwei Euro für den Strom haben wir bezahlt und das auch nur auf Nachfrage.

Uwe hat vor der Abreise noch unseren Boiler entlüftet, dann sind wir zum Bad Kreuznacher Caravaning Center aufgebrochen. Nach kurzer Fahrt standen wir auf dem Parkplatz, neben uns eine große Anzahl von neuen Eura Mobil Wohnmobilen zum Verkauf. Im benachbarten Sprendlingen steht das Werk von Eura Mobil, verkauft werden sie über Vertragshändler.

Wir waren hergefahren, weil wir einen bestimmten Filter brauchten, den wir nirgendwo finden konnten, und der nur in unserem Modell Contura existiert. Uwe ist in das Büro gegangen und es wurde ein voller Erfolg! Ein Mitarbeiter konnte sich an den Contura, der nicht mehr gebaut wird, und an diesen Filter erinnern. Jemand hat bei Eura angerufen und erfahren, dass es noch drei Stück gebe, die man uns zurücklegen und ausnahmsweise dort verkaufen würde.

Gisela hat in der Zeit den angeschlossenen Fritz Berger Shop in Augenschein genommen und ein Paar Wandersandalen für sich, Gummischlappen für Uwe und fünf Meter Gasschlauch zum Außenanschluss unseres Gasgrills erworben.

Weiter ging’s zum kostenlosen Stellplatz von Eura Mobil, auf dem wir heute übernachten wollen. Direkt gegenüber im Ersatzteillager konnten wir uns gegen einen horrenden Preis die Filter kaufen. Wir haben natürlich trotzdem alle drei genommen!

Unsere Mittagspause haben wir im noch recht kühlen Vagabund verbracht. Stromanschluss ist hier gratis. Sollte es uns zu heiß werden, wenn wir nachmittags keinen Schatten mehr haben, könnten wir sogar die Klimaanlage benutzen.

Wir bleiben hier, weil wir morgen um acht Uhr bei der Firma Schmitz Reisemobile neben dem Eura Mobil Werk eine neue Panoramascheibe eingeklebt bekommen werden. Unsere ist defekt und unsere Versicherung Kravag hat uns die Kostenübernahme schriftlich gegeben.

Nachmittags sind wir zum Freibad von Sprendlingen geradelt, haben uns im Wasser abgekühlt und es uns im Schatten eines Sonnenschirms gemütlich gemacht.

Ein gepflegtes, kleines Schwimmbad mit einem großen Becken, in dem man richtig schwimmen kann, und einem beschatteten Kinderbecken, das aber kein Spaßbad und deshalb wohl nicht überlaufen ist. Uns hat es gefallen!

28. Juli Parkplatz Tiergehege Wildenburg zum Weingut Lorenz, Bonnheimer Hof bei Hackenheim

Letzte Nacht und heute Morgen war es richtig kalt, weshalb es uns von der Höhe zurück ins Nahetal zog. Wasser brauchten wir auch und haben deshalb zuerst am Stellplatz in Ortsmitte von Idar-Oberstein die V+E benutzt. Da es hier überhaupt nicht schön war, sind wir weitergefahren zu einem Parkplatz beim Friedhof am Ortsausgang. Da war es zwar grün und friedlich, aber es gab ein bisschen zu wenig Erlebnismöglichkeiten. Nach dem Mittagessen sind wir deshalb weitergefahren nach Bad Kreuznach.

Wir fuhren an Bad Sobernheim vorbei, wo wir Mitte der 90er Jahre mit Bekannten waren, die uns zu einer Weinprobe ins benachbarte Waldböckelheim zum Weingut Emmerich mitgenommen hatten. Bis wir 2004 unser Seglerleben begonnen haben, haben wir von dort Weine bezogen.

In Bad Kreuznach sind wir einem Tipp in park4night gefolgt und haben einen sehr schönen Platz direkt am Schlosspark gefunden.

Wir wollten gerade zu einem Spaziergang aufbrechen, als ein zornbebender Mountainradfahrer zu uns kam und uns aufforderte, sofort abzufahren, weil er andernfalls Anzeige erstatten würde. Das Parkverbotsschild für Wohnmobile hatten wir nur auf den Parkplatz vor den Häusern bezogen, hier auf der Rückseite stand nichts. Da er sich aber als Anlieger im Recht fühlte und auf keinen Kompromiss einließ, sind wir zum Weingut Lorenz mit Gratisstellplätzen für Wohnmobile bei Hackenheim ausgewichen.

Die Wohnmobilstellplätze sind im Hof vom Gästehaus und Wohnhaus der Winzerfamilie angelegt und es gibt auch Stromanschlüsse. Gegenüber liegen die Weinberge.

Beim Erkunden des Anwesens entdeckten wir einige Requisiten des Weinbauern aus früheren Zeiten mit Tafeln zur Erklärung.

Außer Weinbau wird hier auch Tierhaltung betrieben als Attraktion für Familien mit Kindern.

Die Attraktion für uns ist die Gaststätte, in der wir zu Abend essen möchten.

Und die blühenden Oleander sind wirklich wunderschön!

27. Juli Rothenburghütte bei Hattgenstein zur Wildenburg bei Kempfeld

Freitagnachmittag zogen die ersten Wolken auf.

Noch war es aber heiß und wir genossen unseren Schattenplatz.

Gegen Abend kam ein Mann zu uns, der sich als Mitglied der Mountainbikegruppe von Hattgenstein vorstellte. Er erklärte uns, dass normalerweise mit den Kindern freitags hier trainiert werde und das Training wegen der Hitze ausfalle. Sonst hätten wir es nicht so beschaulich gehabt. Aber niemand hatte etwas dagegen, dass wir hier standen.

Abends trübte sich der Himmel ein und es wurde merklich kühler. Es begann zu regnen und in der Ferne gab es Gewitter.

Am nächsten Morgen hatte die Temperatur sich halbiert. Wir sind die Hunsrückhöhenstraße durch Waldeinsamkeit weiter hinaufgefahren mit dem Ziel, in Morbach bei Rewe und Aldi einzukaufen. Kurz davor sahen wir eine Tankstelle mit Wohnmobilwaschmöglichkeit. Endlich nach langer Zeit konnten wir den Reisedreck noch von unserer Balkanreise loswerden.

Der Einkauf von ein paar Kleinigkeiten und die Rückgabe von vielen Flaschen waren schnell erledigt und weiter ging die Fahrt zum Wildfreigehege Wildenburg bei Kempfeld.

Auf dem dazugehörigen Parkplatz sind Wohnmobile ausdrücklich erlaubt.

Mit dem Engländer aus dem Wohnmobil gegenüber kamen wir ins Gespräch und erfuhren, dass er schon seit zwei Jahren ausschließlich im Wohnmobil lebt und gar keine Wohnung mehr hat.

Später am Nachmittag kam die Sonne heraus und wir haben das wieder schöne Wetter zu einem Rundweg durch den Wald um die Wildenburg genutzt.

Zuerst wurden wir über einen schmalen Felsensteig geführt.

Uwe konnte seinen Wanderstock zur Erhöhung der Trittsicherheit gut gebrauchen.

Der Steig mündete in einen sehr gepflegten Waldweg, auf dem wir zum Parkplatz zurückkamen, über dem die Burg thront.

Am Abend haben wir nach langer Zeit mal wieder gescrabbelt. Es gab nämlich kein Internet!

26. Juli Rothenburghütte bei Hattgenstein, Hunsrück

Es hat sich letzte Nacht angenehm abgekühlt. Als heute Morgen die Sonne auf uns schien, haben wir den Vagabund wieder auf den Schattenplatz an der Straße gestellt.

Wir haben die frühe Stunde für einen Spaziergang im „Zauberwald“ genutzt. Der begann direkt bei der Rothenburghütte und wir sind dem Wanderzeichen auf einem eineinhalbstündigen Rundweg gefolgt, der speziell für Kinder liebevoll gestaltet worden ist.

Einiges war auch für uns interessant.

Durch einen anderen Eingang zum Zauberwald kamen wir aus dem Wald heraus und es bot sich uns ein weiter Blick ins Land.

Als wir von dort aus wieder in den Wald kamen, erschreckten wir eine kleine Schlange auf dem Weg, die sich eilig davonmachte. Leider wussten wir nicht, welche es war, und zum Fotografieren kamen wir auch nicht bevor sie verschwand.

Bald darauf waren wir zurück bei der Rothenburghütte, haben noch den Aussichtsturm daneben bestiegen und uns die Umgebung betrachtet.

Danach wurde es uns zu warm für weitere Aktivitäten.

25. Juli Edenkoben zur Rothenburghütte bei Hattgenstein im Hunsrück

Unser Wanderparkplatz gestern bei Edenkoben lag oberhalb der Waldgaststätte Friedensdenkmal, die abends gut besucht war. Wir sahen auf dem Parkplatz jedenfalls viele Autos stehen und hörten Tanzmusik aus den 60er Jahren, haben es aber vorgezogen, beim Vagabund sitzen zu bleiben – zu heiß zum Tanzen! Um neun Uhr war Schluss mit der Musik und es wurde herrlich still, aber es blieb noch lange sehr heiß. Gisela hat deshalb bis Mitternacht draußen gesessen, ein wenig dabei geschlafen und endlich mal wieder einen klaren Sternenhimmel bewundern können! Uwe hat versucht, drinnen zu schlafen.

Heute sind wir wieder früh aufgestanden und waren schon um halb neun bei einer Fiat-Werkstatt in Neustadt a.d. Weinstraße. Einerseits, weil die Fahrerhausklimaanlage nicht richtig funktionierte, andererseits, weil das Display über der Aufbautür schlechte Werte für unsere Starterbatterie meldete. Wir wurden überaus freundlich empfangen und uns wurde geholfen. Die Klimaanlage bekam einen neuen Widerstand eingebaut, an der Batterie wurde ein Topzustand gemessen und wir konnten beruhigt eine Stunde später, wie geplant, in den Hunsrück fahren. Die Reise war ein Genuss mit den neuen Federn und Reifen!

Gegen Mittag erreichten wir unser Ziel, die Rothenburghütte bei Hattgenstein im Naturpark Hunsrück.

Ein Wohnmobil stand schon dort neben der Straße und wir haben uns in die Nähe gestellt. Der große Platz vor der Hütte bot leider keinen Schatten. Bei Temperaturen über 30 Grad nicht auszuhalten!

Kaum waren wir angekommen, kam ein Entsorgungsfahrzeug hinterher und begann, unter viel Getöse die Fäkaliengruben der Hütte auszupumpen – direkt hinter unserem Stellplatz. Als die Männer endlich ihr Werk vollbracht und wir in Ruhe gegessen hatten, begann der Hüttenwirt, mit seinem lauten und stinkenden Motormäher um uns herum zu arbeiten. Wir und die anderen Womofahrer mussten ihm Gelegenheit geben, unter unseren Fahrzeugen zu mähen. Dabei erfuhren wir, dass unsere Parkplätze ab Samstag früh für eine große Gruppe benötigt werden, die die Hütte gemietet hat.

Als auch diese Aktion überstanden war, haben wir es uns endlich gemütlich machen können.

Uwe hat allerdings zuerst noch einen 12 V Ventilator an unseren Betten installiert, den wir glücklicherweise aus unserem Bootsleben mitgenommen und vorrätig hatten. Mit dessen Hilfe hoffen wir auf eine erholsamere nächste Nacht!

Bis die Sonne so weit gewandert war, dass sie auf den Vagabund schien, war alles gut, dann mussten wir uns einen neuen Schattenplatz suchen. Wir wurden unweit fündig und haben uns auf eine Waldschneise mit schönem Blick gestellt.

Als die Sonne untergegangen war, gingen über uns Fledermäuse auf Jagd.

24. Juli Waghäusel nach Edenkoben

Über Nacht hatte es sich schön abgekühlt. Wir sind um sechs Uhr aufgestanden und standen glücklicherweise bis zum Werkstatttermin noch im Schatten des Riesenmobils neben uns.

Pünktlich um acht Uhr stand der Vagabund in der Halle und wir haben zwei Stunden lang die Umgebung von Waghäusel mit den Rädern erkundet. Vorwiegend sind wir im Wald gewesen und haben den Schatten und die geringere Hitze genossen. Anschließend haben wir zwei Stunden auf einer schattigen Bank vor dem Rathaus von Waghäusel gesessen und gelesen.

Mit einer kurzen Unterbrechung für Gisela, die eine hilfesuchende junge Frau aus Eritrea zur Anmeldung ihres Zweijährigen zum Kindergarten begleitet hat. Der jüngere Bruder und er wurden in einem Zwillingswagen hingeschoben, der kleine Bruder darf zur Eingewöhnung im September mitkommen. Der Papa arbeitet beim Schreiner und die Mama versteht und spricht schon ganz gut Deutsch.

Zum Mittagessen sind wir zu einem vietnamesischen Lokal geradelt, in dem wir sehr gutes Essen bekamen. Mit dem Sohn des Hauses, der hier geboren ist, kamen wir ins Gespräch und erfuhren, dass die Familie in Nordvietnam inzwischen ein Mehrfamilienhaus und auf einer Insel eine Pension besitzt. Das Lokal hier ist top eingerichtet und wir saßen auf einer schönen Terrasse. Die Gäste waren Berufstätige aus der Umgebung, Kernkraftwerk z. B., wie wir einem Gespräch entnehmen konnten.

Nach dem Essen hatten wir nur einen kurzen Weg zurück zur Firma Carsten Stäbler. Unser Vagabund war bald fertig und auch die TÜV- Kontrolle erfolgte zügig. Wir haben noch die klimatisierte Kundenzone genossen, mit anderen Kunden erzählt, und schon kam der für uns zuständige Monteur, um uns sein Werk zu erklären. Die Bezahlung erfolgte bei einer überaus freundlichen jungen Frau, wir bekamen noch eine Flasche Prosecco und zwei Eintrittskarten für den Caravansalon in Düsseldorf, dann konnten wir den Vagabund aus der Halle holen.

Die Firma Carsten Stäbler können wir rundum empfehlen! Perfekt organisiert, überaus kundenorientiert, und wirklich jeder Mitarbeiter ist superfreundlich!

Wir wollten nun so schnell wie möglich in die Natur und es möglichst etwas kühler bekommen. Also haben wir den Rhein überquert, (nachdem wir noch Diesel für 1,19,9€ tanken konnten), und sind zum Pfälzer Wald auf einen Wanderparkplatz bei Edenkoben gefahren.

Die Ortsdurchfahrt Edenkoben und die Zufahrt zum Parkplatz waren mal wieder sehr eng, aber wir haben einen schönen Platz bekommen.

23. Juli Anreise nach Waghäusel zur Auflastung

Vor sechs Uhr ist Gisela aus dem Bett gesprungen, weil noch so viel zu erledigen war vor der Abreise und sie möglichst noch in der Morgenkühle fertig sein wollte.

Es wurde dann doch halb elf, bis wir losfahren konnten. Die Fahrt verlief gemütlich. Zuerst über Landstraßen nach Erkelenz, dann über A 46 und A 44 um das riesige Braunkohleabbaugebiet Garzweiler zur A 61. Auf ihr gelangten wir fast bis an unser Ziel in Waghäusel-Kirrlach südlich von Heidelberg zur Firma Carsten Stäbler. Hier bekamen wir mit Glück noch einen Platz mit Stromanschluss auf dem Firmengelände, wo wir heute übernachten. Morgen um acht Uhr wird unser Vagabund hinten Zusatzluftfedern, vorne verstärkte Federbeine und überall tragfähigere Reifen und Felgen bekommen. Er wird aufgelastet, damit wir nicht überladen fahren und keine Angst mehr haben müssen, dass etwas bricht.

Es war eine heiße Reise und nach der Ankunft haben wir gerne das klimatisierte Empfangsgebäude der Firma genutzt. Bei Kaffee und gekühlten Getränken konnten wir uns erholen.

Als die Firma Feierabend machte, sind wir zum nahe gelegenen griechischen Lokal Poseidon gegangen und haben griechische Küche und griechische Menschen als Gastgeber und Tischnachbarn genossen.

Als wir anfingen zu essen, war es noch leer, als wir gingen, war fast jeder Platz besetzt. Urlaubsgefühl und alles sehr vertraut!

7. Juni zu Hause

Am Ende unserer achtmonatigen Reise sind wir von Hamburg nach Schloss Holte-Stukenbrock gefahren und haben uns neue Matratzen bei Froli machen lassen, nachdem wir beide zunehmend morgens mit Rückenschmerzen aufgewacht sind. Nachmittags kamen wir an und haben uns auf den hauseigenen Wohnmobilplatz gestellt. Gratis mit V+E und Strom!

Der zuständige Mitarbeiter hat uns die Matratzen gezeigt und uns probeliegen lassen. Nachdem wir unsere Wahl getroffen hatten, war die Fertigung schon geschlossen, aber gestern Morgen konnten wir auf die neuen Matratzen warten. Mittags um 13 Uhr wurden sie uns gebracht und unsere alten entsorgt.

Dann haben wir uns beeilt, um nicht in den Feierabendverkehr zu geraten.

Es hat ganz gut geklappt und wir haben noch vor der Ankunft zu Hause unsere Pfingsteinkäufe erledigen können. Erstmals sind wir in unserem neuen Zuhause mit dem Vagabund angekommen und konnten ihn vor unserer Garage parken, wie wir gehofft hatten. Super, dass wir einfach unsere Sachen reintragen konnten und nach und nach saubermachen können! Als alles getan war, waren wir geschafft, aber zufrieden! Jetzt müssen wir uns erstmal wieder einleben in die Sesshaftigkeit.

4. Juni Wedel

Der Tag begann regnerisch und wir sind mit dem Wohnmobil statt mit den Fahrrädern unterwegs gewesen. Auf unserem Stellplatz haben wir die Räder und unser angeschlossenes Elektrokabel gelassen.

Zuerst haben wir ein bisschen für die nächsten Tage eingekauft. Um elf Uhr waren wir bei Freunden eingeladen und haben einen wunderbaren Tag mit ihnen verbracht. Nachmittags kam die Sonne und wir konnten sogar draußen sitzen.

Wir hätten sicher noch ewig weiter miteinander erzählen können, waren aber am späten Nachmittag noch bei anderen alten Freunden, die wir auch gerne wiedersehen wollten.

Von Wedel haben wir auf der Heimfahrt noch das Theaterschiff Batavia, das es schon zu unserer Zeit hier gab, und den Marktplatz mit dem Roland wiedergesehen.

3. Juni Wedel

Gestern war es sommerlich warm, heute früh gab es ein Gewitter und immer mal wieder Regenschauer am Vormittag. Wir haben bei einer Freundin gefrühstückt und sind anschließend auf den offiziellen Wohnmobilplatz am Wedeler Freibad gefahren. Hier konnten wir die Toilettenkassette entleeren, den Wassertank füllen und unser Kabel mit dem letzten freien Stromanschluss verbinden. Es standen einige Wohnmobile hier, aber auch viele Zirkuswagen und ein Zirkuszelt. Die Zirkusleute sind aber beim Abbau und es kehrt endlich Ruhe ein, wie ein Wohnmobilnachbar sagte. Glück gehabt!

Hier im Bad bezahlt man die Benutzung des Platzes. Wir kannten das Gelände nur als Freibad, als wir hier von 1976-1988 gewohnt haben. Wie man sich denken kann, hat sich seit unserem Wegzug einiges geändert!

Wir haben die Einkaufsstraße mit den Rädern erkundet, waren da, wo wir vorher gewohnt haben und haben das Gymnasium betrachtet, in das unsere Kinder gingen. Richtig schön ist noch immer der Mühlenteich mitten im Ort!

2. Juni Travemünde nach Wedel

Trotz des vollen Stellplatzes in Travemünde war die Nacht sehr ruhig. Als wir aufgestanden sind, wurde es schon warm. Um halb zehn waren wir unterwegs Richtung Hamburg, um zu unserem alten Heimatort Wedel an der Elbe bei Hamburg zu fahren. Hier haben wir zwölfeinhalb Jahre gewohnt und wir wollten unsere Freunde dort besuchen.

Auf den Autobahnen herrschte ein unglaublicher Verkehr. Glücklicherweise mehr auf unserer Gegenrichtung, wo sich kilometerlange Staus aus Hamburg Richtung Ostsee gebildet hatten. Wir sind auf Landstraßen ausgewichen und staufrei ans Ziel gelangt. Zuerst sind wir zu unserem Haus gefahren, das wir 1982 gebaut haben, als wir Platz für uns und unsere drei Kinder brauchten.

Uwe geht auf dem Foto gerade unter der Kastanie her, die wir vor 37 Jahren gepflanzt haben.

Anschließend haben wir nachmittags und abends Freunde besucht.

1. Juni Rostock nach Travemünde

Heute Morgen haben wir uns verabschiedet von unseren jungen Freunden und ihren Eltern. Wir hatten vor ihrem zum Wohnmobil umgebauten ehemaligen Feuerwehrmannschaftswagen parkend die Nacht verbracht. Damit waren sie an der Côtes d‘ azur unterwegs, als wir uns kennenlernten und einige Tage miteinander verbracht haben.

Unsere Reise ging weiter nach Travemünde. Zunächst auf einer fast leeren Autobahn durch die schöne Landschaft Mecklenburg-Vorpommerns. Je näher wir an Lübeck kamen, desto voller wurde es. In Travemünde sind wir auf einen Wohnmobilplatz gefahren, der ganz nah an der Adresse unserer Segelfreunde liegt, bei denen wir zum Nachmittagskaffee eingeladen waren. Der Platz war richtig voll, aber wir hatten keine Wahl. Willkommen in Deutschland!

Bei traumhaft warmem, sonnigem Wetter hatten wir einen schönen Nachmittag bei unseren Segelfreunden im Garten und hatten uns viel zu erzählen. Sie sind schon vor uns auf’s Wohnmobil umgestiegen und wir haben viele Tipps von ihnen bekommen.

Als die beiden zu einer Familienfeier aufbrechen mussten, sind wir mit den Rädern auf die Strandpromenade von Travemünde gefahren.

Es war ein traumhafter Sommertag!

31. Mai Tessin nach Rostock

In Tessin haben wir schön ruhig am Badesee übernachtet. Es hat nachts geregnet, aber morgens wurde es sonnig und warm.

Wir waren schon um neun Uhr unterwegs zur Dekra nach Rostock, um unsere überfällige HU machen zu lassen. Als wir ankamen, ist Uwe dageblieben und Gisela von der Haltestelle gegenüber mit der Straßenbahn in die Stadt gefahren. Die Bahn fuhr ins Zentrum und Gisela konnte in der Fußgängerzone ihre Einkäufe erledigen.

Als die Fahrzeugprüfung gelaufen war, ist Uwe später nachgekommen. Das Wohnmobil blieb auf einem P+R Platz an der Straßenbahnendhaltestelle in der Nähe der Dekra.

Gemeinsam haben wir noch weiter eingekauft und im Kröpeliner Center zu Mittag gegessen. Von der Stadt haben wir leider nicht viel gesehen, aber was wir sahen, hat uns gefallen.

Mit dem Wohnmobil sind wir anschließend zu einem großen Einkaufszentrum gefahren, um Getränke und Zutaten zum Grillen einzukaufen. Damit sind wir zu unserem Treffen mit jungen Wohnmobilfreunden geeilt, die wir in Südfrankreich kennengelernt hatten. Sie hatten sich mit uns hier bei Rostock in ihrem Heimatdorf verabredet. Wir konnten in der Einfahrt des Hauses seiner Eltern parken und haben in deren Garten bei herrlich warmem Wetter miteinander erzählt und gegessen. Unsere jungen Freunde haben inzwischen ein Söhnchen bekommen, das natürlich ihr Leben völlig umgekrempelt hat. Später, als der Kleine im Bett war, haben wir noch auf der Terrasse von ihrem Elternhaus gesessen. Es waren wirklich schöne Stunden! Und wir durften sogar dort über Nacht mit Stromanschluss stehenbleiben!

30. Mai Neuwarper See über Stralsund nach Tessin

Die Nacht war friedlich und der Tag begann sonnig. Da gestern die Hinfahrt über sehr enge und hubbelige Straßen verlief, haben wir für die Rückreise bis kurz vor Stettin eine längere Strecke gewählt und gehofft, dass die Straße besser wäre. Das war sie auch da, wo sie schon frisch asphaltiert war! Aber leider waren auf weiten Strecken die Bauarbeiten noch in Gang und so hatten wir nichts gewonnen. Aber immerhin konnten wir unseren fast leeren Tank noch in Polen mit relativ preiswertem Diesel füllen und bekamen auch LPG in unsere Gasflasche.

Als wir die Grenze nach Deutschland erreichten, wurden die PKW’s vor uns von der Polizei herausgewinkt, aber uns haben sie weiterfahren lassen. Wir haben uns sehr gefreut, wieder deutsche Straßen zu befahren! Die Natur mit Störchen auf den Wiesen und auch die Felder sahen aus wie zuvor, aber die Dörfer sahen schmucker aus und die Landstraßen waren traumhaft glatt. Mautfrei glitten wir später über eine Autobahn nach Stralsund.

Unser Ziel in Stralsund war die Gorch Fock I, Vorgängerin des heutigen Segelschulschiffs der Bundesmarine. 1933 gebaut, am Ende des 2. Weltkriegs in der Ostsee versenkt, gehoben und unter ukrainischer Flagge als Towarischtsch gefahren. Als die Ukraine sie nicht mehr finanzieren konnte, wurden zahlende Gäste aufgenommen, darunter auch Uwe mit unserem Sohn. Uwe war als Wehrpflichtiger mit der Gorch Fock II auf Ausbildungsreise gewesen wie alle angehenden Marineoffiziere. Ihn wollte man nach dem Medizinstudium als Arzt weiterverwenden. Da die beiden Schiffe Schwesternschiffe sind, hat er auch ein starkes Interesse an der ersten Gorch Fock.

Wir sind einfach durch die Altstadt bis kurz vor die Pier gefahren, an der das Schiff liegt, und hatten großes Glück mit dem Parkplatz am Oceaneum.

Die erste Gorch Fock ist jetzt ein Museumsschiff und braucht viel Geld, damit sie erhalten und instandgesetzt werden kann.

Wir haben Eintritt bezahlt, durften dann überall herumgehen und Uwe konnte Gisela alles zeigen.

Der Name Gorch Fock stammt vom Pseudonym des Schriftstellers Johannes Kienau aus Hamburg-Finkenwerder, wie auf der Tafel erklärt wird.

Der erste Raum, den wir sahen, war das Lazarett, dem Uwe einige Sachspenden damals mitgebracht hat.

Dann ging es nach unten ins Achterschiff, wo die jeweilige Freiwache früher in Hängematten schlief. Als Uwe hier Gast war, gab es Stockbetten.

Die Kapitänskajüte befand sich auch im Achterschiff.

Weiter unten ist ein Museumsraum eingerichtet mit den nautischen Instrumenten und der Liste der Taue, die zur Bedienung der Segel dienen.

Hier liefen auch Filme, die wir uns aber nicht angesehen haben. Wir sind auf das Vorschiff nach draußen geklettert.

Ankerkette und Ankerspill, mit dessen Hilfe unter Einsatz von Stangen von vielen Matrosen der Anker von Hand hochgeholt wurde und den Klüverbaum mit Netz hat Uwe Gisela gezeigt.

Hier konnte sie einen Blick auf die Putzmittelkammer werfen, deren Gegenstück auf der Gorch Fock II Uwe als Matrose verwaltet hat.

Über das Deck ging unser Rundgang weiter auf das Achterschiff. (Das ist der Blick vom Heck runter auf das Deck Richtung Vorschiff.)

Auf dem Achterschiff liegen der Ruderstand, das Kartenhaus, in dem der diensthabende Offizier mit dem wachhabenden Navigationspersonal das Schiff gesteuert haben, und noch ein zweites Ankerspill für den Heckanker.

Der Ausblick vom Schiff einerseits auf die Brücke nach Rügen und andererseits auf Sportboothafen und Stadt war auch schön.

Im Anschluss sind wir weitergefahren Richtung Rostock und haben in dem Örtchen Tessin auf einem Stellplatz beim Schwimmbad auf einer Wiese mit Wasser und Strom unseren Platz für die Nacht bekommen.

29. Mai Stettin zum Neuwarper See

Als wir sahen, dass wir nach Swinemünde auf der polnischen Seite mit einer Fähre hätten übersetzen müssen, haben wir heute Morgen kurzfristig das Ziel geändert und sind nur an die Südküste des Stettiner Haffs und da an den Neuwarper See gefahren. Sehr nah an der deutschen Grenze entlang verlief unsere Route und dementsprechend dünn besiedelt und straßenmäßig wenig erschlossen ist die Gegend. Dafür ist die Natur umso schöner!

Der Campingplatz, den wir auf die Schnelle ausgesucht hatten, liegt direkt am See in Nowe Warpno. Als wir ankamen, standen drei Busse davor und drinnen hörten und sahen wir viele kleine Kinder toben. Die Rezeption war nicht besetzt und wir wollten schon weiterfahren, als ein Mann aus der offenen Küche kam und uns bedeutete, dass wir einfach auf einen freien Platz fahren sollten. Es gibt überall Stromsäulen und Wasseranschlüsse und völlig neue, beheizbare Sanitäreinrichtungen. Auch ein Lokal und ein Veranstaltungszelt.

Bis wir uns installiert hatten, fuhr die Kinderschar mit ihren Betreuern in den Bussen davon und wir hatten den Platz fast für uns. Später entdeckten wir, dass er offiziell erst am 1. Juni öffnet. Gegen Abend kamen aber auch sechs Männer aus Berlin, die in den Ferienhäuschen uns gegenüber wohnen und anscheinend den Dauercamper aus Berlin besuchen, den Gisela vorher schon gesprochen hatte.

Es wurde ein wunderbar sonniger Tag, warm allerdings nur im Windschatten. Wir haben ihn im Schutz des Vagabund draußen sitzend genossen, in die Linde geguckt und nur mal einen kurzen Spaziergang an den See gemacht.

Hier ist in der Saison für Spiel und Spaß gesorgt.

Das Hausboot kann man wohl mieten. Es hat einen Außenbordmotor.

Der See ist Teil des Stettiner Haffs und das gehört zur Odermündung.

28. Mai Stettin

Gestern sind wir nach Stettin auf den Marina Campingplatz gefahren. Teils über abenteuerliche Straßen und erst am Schluss ging es holperfrei voran.

Wir bekamen einen schönen Platz und Gisela hat ausgiebig die Waschmaschine und den glücklicherweise vorhandenen Trockner genutzt!

Abends haben wir noch die Marina besucht, zu der unser Campingplatz gehört. Sie liegt am Dammschen See, den die Oder hier bildet.

Heute Morgen saßen wir schon um halb zehn im Bus zur Stadt, der praktischerweise vor dem Tor des Campingplatzes hält. Wir mussten auch hier nichts bezahlen, weiĺ wir über siebzig sind.

Ausgerüstet mit einem Stadtplan waren wir losgezogen, der aber fast überflüssig wurde, weil uns eine rote Linie auf den Bürgersteigen zu den Sehenwürdigkeiten der Innenstadt führte. Tafeln mit Erläuterungen waren auch an ihnen angebracht, sodass es ein entspannter Stadtbummel wurde.Wir begannen unseren Rundgang am alten Rathaus. Am Platz davor stehen noch ein paar schöne alte Häuser. Wir haben uns vorgestellt, dass Uwes Vater im Rathaus die Geburten von Uwes drei älteren Schwestern angemeldet hat. Die Familie hat von 1930 bis 1938 in Stettin gewohnt und ist dann nach Dresden gezogen, wo Uwe geboren ist.Wir sind der roten Linie weiter gefolgt und kamen am Loitzenhaus vorbei, einst Sitz einer reichen Kaufmannsfamilie und heute Kunstlyzeum.Um die Ecke gelangten wir zu dem beeindruckenden Schloss der Pommerschen Herzöge.Neben dem Schloss steht noch die ehemalige Reithalle mit Ställen der Herzöge.Von hier aus ging der Weg an dem von der Stadtbefestigung übrig gebliebenen Siebenmantelturm vorbeiunter einigen mehrspurigen Hochstraßen zu einer oberhalb der Oder gelegenen Aussichtsterrasse, der Hakenterrasse, und davor dem Pub Christopher Kolumbus, wohl wegen der gegenüberliegenden Marineakademie so genannt.Gegenüber der Terrasse liegen neben der Marineakademie das Nationalmuseum und das Gebäude der Bezirksregierung.Hinter diesen Gebäuden führte die rote Linie uns unter beeindruckenden Eichen weiter, die die Zerstörungen des zweiten Weltkriegs überlebt haben.Um diesen Platz stehen auch noch Wohnhäuser aus der Gründerzeit.Leider ist das Stadtbild in der Innenstadt sonst weitgehend durch gesichtslose Wohnkästen geprägt und es ergibt sich fast nirgendwo der Eindruck einer geschlossenen Bebauung. In diesem Wohnviertel fiel uns auch noch eine orthodoxe Kirche auf.Wir wurden zu einem Stadttor geleitet, dem Königstor, das auf einer Verkehrsinsel übrig geblieben ist von der alten Stadtmauer.Gegenüber davon der Platz ist interessant gestaltet mit Skaterbahnen und dem Durchblick auf die Peter und Paul Kirche und die Schlosstürme. Ein Dialogzentrum liegt unter dem Platz.Wenige Minuten später sahen wir das Gebäude des Polizeipräsidiums, im 3. Reich Sitz der SS. Hier fand am 12. Dezember 1970 eine Demonstration der Gewerkschaft Solidarność unter Beteiligung von vielen Tausend Menschen statt, die mit Waffengewalt beendet wurde. Sechzehn Menschen starben, mehr als einhundert wurden verletzt. Die Menschen hatten gegen die drastische Erhöhung der Lebensmittelpreise demonstriert.Von der anderen Seite der breiten Straße, die wir überqueren mussten, hatten wir nochmal einen guten Blick auf Kirche, Polizeipräsidium und ganz links ein wenig auf die futuristisch gestaltete, weiße Philharmonie an dem geschwungenen Platz.Wir näherten uns dem Viertel um das Schloss diesmal auf seiner Rückseite. Die Jakobikirche ist gerade von einem Gerüst verhüllt.Im kleinen Park gegenüber stehen das Denkmal der Flora, der Adlerbrunnen und zwei schöne Stadtpaläste. Der linke aus dem 19. Jahrhundert, der rechte aus dem 18. Jahrhundert.Mit Blick auf dieses Ensemble hat uns das Mittagessen bei einem Italiener gut geschmeckt! Danach haben wir den kulturellen Teil unserer Stadtbesichtigung beendet und einen modernen Einkaufstempel besucht, der so riesig war, dass wir vor der Rückfahrt zum Campingplatz noch eine Kaffeepause einlegen mussten.

26. Mai Sportboothafen an der Regamündung

Vormittags schien die Sonne und hat uns zu einem Spaziergang nach draußen gelockt. An der Marinapier entlang und über die Brücke auf die andere Flussseite.

Hier liegen ein paar Segelboote und Fischkutter. Unserem Stellplatz gegenüber einige Lokale.

Und ein Arbeitsschiff zum Ausbaggern des Flusses.

Der Sand wird anscheinend durch die Rohre abtransportiert, deren Ende wir auf dem Strand liegen sahen.

Bei einer Ortsbegehung gab es wenig Erwähnenswertes zu sehen, aber es waren viele Menschen unterwegs. Überrascht hat uns, wie viele davon zur Kirche gingen.

Uns zog es auf einen Weg Richtung Küste, der oberhalb davon in eine Plattform mit Treppe mündete. Von hier aus konnten wir den schier endlosen, weißen Ostseestrand überblicken.

Bis wir zum Wohnmobil zurückgekehrt waren, hatte sich die Wolkendecke wieder geschlossen. Es war ziemlich windig, aber nicht kalt, und es fielen auch mal ein paar Tropfen.

25. Mai Kolberg über Grzybowo nach Mrzeźyno

Es war kalt und trüb heute Morgen. Wir wollten einkaufen und sind zu Intermarché in Kolberg gefahren in der Hoffnung, ein besseres Sortiment zu finden als bei Lidl. Von Lidl waren wir bisher in Polen enttäuscht, nachdem wir auf unserer Reise bisher immer gerne dort eingekauft hatten. Hier gibt es längst nicht so vielerlei frisches Gemüse, wie wir es gewöhnt waren. Die Läden sind auch viel enger und wirken unaufgeräumter. Allerdings war der Intermarché nicht besser und wir sind dann doch noch zu Lidl gefahren, wo wir heute mal grüne Bohnen, Chicoree und frische Kohlrabi bekamen.

Anschließend sind wir aus der Stadt herausgefahren zu einem Parkplatz am Waldrand und haben zu Mittag gegessen. Von hier aus gibt es einen Fahrradweg, der viele Kilometer in beide Richtungen parallel zum Strand verläuft. Nachdem wir noch ein wenig geruht und Kaffee getrunken hatten, sind wir mit den Rädern nach Grzybowo aufgebrochen. Hier wohnt seit ein paar Jahren unsere langjährige zuverlässige und tüchtige Haushaltshilfe. Sie und ihr Mann betreiben jetzt eine Ferienpension, die sie sich mit dem in Deutschland verdienten Geld hier gebaut haben. Toll, was sie geschafft haben!

Im Anschluss an den Besuch sind wir noch ein paar Kilometer weitergefahren zum Marina- und Wohnmobilplatz an der Mündung der Rewa.

Am Automaten konnten wir mangels passendem Geld nicht bezahlen, aber der nette deutsch sprechende Hafenmeister kam am Abend zum Kassieren.

Ein zweites Wohnmobil aus Deutschland kam kurz nach unserer Ankunft an, aber es kam kein Gespräch zustande. Stattdessen wurde ferngesehen. Wir haben nach dem Abendessen noch einen Spaziergang an der Pier entlang gemacht.

Es gibt sogar einen 40 t Kran, um Schiffe aus dem Wasser zu heben, und Landstellplätze. In die andere Richtung gehend kann man unterhalb der Hafenmauer bis zur Hafeneinfahrt gehen oder neben dem Hafen auf dem feinen Sandstrand über die Ostsee gucken.

24. Mai Debrzno nach Kołobrzeg (Kolberg)

Wir wurden schon um sechs Uhr von der Sonne und viel Vogelgesang geweckt.

Weil das Wetter auch an der Ostsee schön sein sollte, sind wir nach Kolberg gefahren.

Zuerst über Landstraßen mit drei Ziffern.

Die meiste Zeit dann auf Straßen mit zwei Ziffern, die deutlich besser sind.

Durch wunderschöne Landschaft! Wenn nur die anderen Verkehrsteilnehmer vorsichtiger fahren würden, könnten wir sie noch mehr genießen! Zweimal ist uns jetzt in den letzten beiden Tagen ein überholendes Auto mit hohem Tempo entgegengekommen und im letzten Moment zurückgefahren auf seine Seite, bevor es einen Unfall gegeben hat.

In Kolberg waren wir zuerst zu einem Campingplatz gefahren. Als wir durch das Tor kamen, rief ein Mann, wir sollten nach hinten durchfahren. Hat Gisela gemacht und uns auf einen der vielen freien Plätze gestellt. Wie immer bisher auf der Reise. Es kam ein Mann auf dem Fahrrad vorbei und sagte Gisela, für eine oder zwei Nächte sei der Platz o.k. Sie solle sich aber in der Rezeption vielleicht doch einen anderen zuweisen lassen. Gisela ist, wie immer, zur Rezeption gegangen und wurde von dem ersten Einweiser angeschnauzt, ihr Verhalten sei ja nicht normal gewesen. Er habe doch gesagt, sie solle da am Ende parken. Am Ende bedeutete für ihn das Ende des Parkplatzes neben der Rezeption. Gisela war schon ziemlich bedient von dem rüden Ton. Bei der Rezeption der Mann schnauzte sie dann an mit den Worten : „Ausweis und Rabattkarte!“ Sie hat, wie seit Wochen, ihren Ausweis und die ADAC-Karte hingelegt. Hier wurde ihr erklärt, der ADAC Ausweis sei nicht der richtige, um Rabatt zu bekommen. Als Gisela darauf hinwies, dass er bisher immer akzeptiert wurde, schrie der Typ nur noch „nein, nein, nein“! und ließ sie gar nicht ausreden. Er kenne sich bestens aus und sie könne bei ihm eine ACSI Rabattkarte kaufen. Da hat Gisela ihm gesagt, dass sie gar nichts kaufe und sich einen anderen Platz suchen werde. Das war die erste schlechte Erfahrung auf der jetzt sieben Monate dauernden Reise! Die Rezeptionistinnen waren alle sehr, sehr freundlich!

Es hatte aber den guten Effekt, dass wir jetzt völlig kostenfrei auf einem großen Parkplatz mit direktem Zugang zum Strand stehen. Mit uns ein Wohnmobil aus Krefeld und eins aus Bad Tölz.

Direkt nach unserer Ankunft haben wir auf einer Terrasse am Strand einen Kaffee getrunken.

Danach sind wir zu einem langen Spaziergang auf der Promenade parallel zum Strand aufgebrochen. Viele Menschen waren hier in der warmen Sonne unterwegs oder genossen sie auf Bänken sitzend. Wir haben uns ein leckeres italienisches Eis gegönnt. Die Gebäude an der Promenade sind phantasielose Kästen, nur dieses eine fiel heraus.

Die Stadt Kolberg war durch den Krieg nahezu vollständig zerstört und es sind viele hässliche Wohnblocks nach dem Krieg gebaut worden. Wenige schöne alte Bauten haben wir nur gefunden.

In diesem ist eine Musikschule untergebracht. Es liegt an dem Fluss Persante, der durch Kolberg in die Ostsee fließt.

Die gotische Kolberger Marienkirche haben wir gesucht. Sie ist wieder aufgebaut worden.

Ihre miteinander verbundenen Türme sind einzigartig. Im Inneren konnten wir uns wenig ansehen, weil gerade ein Gottesdienst stattfand.

Sie war nach der Reformation evangelisch und ist seit Kriegsende wieder katholisch. Papst Johannes Paul II. und Benedikt XVI. wurde im Jahr 2000 ein Denkmal vor der Kirche gesetzt.

In der Nähe stießen wir auf das Rathaus der Stadt aus dem 19. Jahrhundert.

Auf dem Platz davor herrschte viel Betrieb. Einige Einkaufsstraßen gibt es hier, die wir nicht näher erkundet haben.

Ein Turm ist von der alten Stadtbefestigung noch stehengeblieben.

Von hier aus sind wir an vielen tristen Wohnsilos vorbei zum Parkplatz am Strand zurückgekehrt. Von der einstigen Hansestadt ist leider wenig übriggeblieben. Heutzutage lebt sie vom Tourismus und Badebetrieb. Ein Rehazentrum, eine Klinik für plastische Chirurgie und Hotels haben wir gesehen.

23. Mai Nach Kościerzyna und Debrzno

Gestern Abend war es noch lange warm und sonnig am Gołun-See.

Als wir heute Morgen aufwachten, war es kühl und bewölkt und das hat uns den Abschied von unserem schönen Platz leichter gemacht. Wir mussten einkaufen und sind dafür zum Supermarkt Kaufland nach Kościerzyna gefahren, der uns am nächsten lag.

Nachdem wir uns versorgt hatten, sind wir nach Südwesten gestartet. Ziel war ein kleiner Wohnmobilplatz bei Debrzno, der etwa 100 Kilometer entfernt liegt.

Die Fahrt ging zum Teil über enge Landstraßen mit vielen Schlaglöchern, die aber ziemlich voll waren mit großen LKW’s und eiligen PKW’s, die mitunter alle waghalsige Überholmanöver fuhren. Unterwegs haben wir auf einem Waldparkplatz neben der Straße gerastet und uns gewundert, wie viele andere ihn auch benutzen wollten. Wir hatten nur fast alle Plätze belegt.

Das letzte Stück der Anreise zu dem Platz bei Debrzno war ein Witz von google maps! Wir sind an dem Ort vorbeigeleitet und dann auf einen Weg geschickt worden, den wir uns geweigert haben zu nehmen. Wir haben hier am Ende der Welt nur eine Kaffeepause eingelegt und sind zurückgefahren nach Debrzno.

Dort hat Uwe zunächst mal eine Selbstwaschanlage benutzt, die Gisela vorher beim Vorbeifahren entdeckt hatte.

Der Mann in der dazu gehörenden Tankstelle ist in schallendes Gelächter ausgebrochen, als Gisela ihm gezeigt hat, wohin google maps uns geschickt hatte. Von seinem Standort waren wir in ein paar Minuten am Campingplatz!

Wir standen zunächst vor verschlossenem Tor, das uns aber der Platzwart aufgemacht hat, nachdem er uns beim Rasenmähen bemerkt hatte. Er spricht nur polnisch, aber er hat uns die Sanitärräume aufgeschlossen und wir bekamen Strom. Alles ist schön und wir haben es für uns alleine. Der Platz liegt auch an einem See.

So schrecklich manchmal die Straßen sind, sagen wir doch ständig, wie schön das Land Polen ist!

22. Mai Am Gołuń-See

Wenn wir auf die Wetterkarte gucken, leben wir auf einer Insel der Glücklichen. Wir hatten den ganzen Tag ein traumhaft warmes, sonniges Wetter! Morgens haben wir wieder in einen Waldspaziergang gemacht und es wurde uns bald zu heiß.

Dicke Moosteppiche und Birken gedeihen unter den Kiefern.

Nach dem Mittagessen waren wir nur noch faul und haben von unseren Stühlen aus die Boote auf dem See beobachtet. Einen Fischer mit (s)einer Frau, der ein zweites Boot schleppte, das er kurz am Ufer festmachte und dann sein Netz auslegte, während sie ruderte.

Einen Segler, der aufgekreuzt kam und wieder verschwand.

Ein Schiff, das mit den Jugendlichen des Ferienlagers nebenan Ausflüge unternahm.

Gegen Abend zwei Männer in einem Ruderboot, die beim Haus nebenan anlegten, wo einer ausstieg und der andere zum Steg gegenüber ruderte.

Das waren die Ereignisse des Tages! So beschaulich hatten wir es lange nicht!

21. Mai Am Gołuń-See

Ganz entgegen der Wettervorhersage hatten wir einen sonnigen und warmen Tag. Vormittags haben wir einen Waldspaziergang gemacht und sind auf der unserem Stellplatz gegenüber liegenden Seite an den See gekommen. Hier wächst viel Röhricht und es ist das reinste Wasservogelparadies.

Vor dem Spaziergang hatte Gisela schon ein Schwanenpaar dorthin fliegen sehen.

Nachmittags haben wir draußen gesessen und Enten, Wasserhühnchen, Haubentaucher und Kormorane beobachtet. Außerdem den Singvögeln gelauscht und Insekten beobachtet. Schön sind neben uns die blühenden Kiefern.

Ein blühender Strauch hinter dem Vagabund ist besonders schön und zieht mit seinem Duft viele Insekten an.

20. Mai Am Gołuń-See

Die Sonne schien warm heute Morgen und es herrschte eine so schöne Stimmung am See, dass wir bleiben wollten.

Aber nicht länger auf dem Campingplatz, sondern ein paar Kilometer weiter haben wir einen Weg an den See entdeckt und stehen jetzt mit Seeblick und ohne Nachbarn. Lediglich ein paar Bootsstege, einige bewohnte und unbewohnte Häuser gibt es in der Nähe und eine Ferienwohnanlage weiter entfernt, aus der manchmal die Stimmen einer Jugendgruppe herüberklingen.

Hier können wir es ein paar Tage aushalten und uns vom Besichtigungsstress der letzten Zeit erholen!

19. Mai Kaschubisches Freilichtmuseum

Der erhoffte Sonnenschein kam zwar nicht heute, aber immerhin war es warm. Mit Regenjacken und Schirmen sind wir mittags zum Freilichtmuseum losgezogen, das eineinhalb Kilometer von unserem Standort entfernt liegt. Schon der Spaziergang dahin bot schöne Aussichten auf den See.

Das Freilichtmuseum wurde 1906 von Teodora und Izydor Gulgowski gegründet, nachdem das Dorf, das hier gestanden hatte, von seinen Einwohnern verlassen worden war. Es gab in dieser dünn besiedelten Gegend zu wenig Verdienstmöglichkeiten.Die 45 Bauten, die inzwischen auf einer Fläche von 22 ha errichtet worden sind, stammen alle aus kaschubischen Dörfern und sind mit original kaschubischem Inventar ausgestattet. Angefangen von einem Erdhaus über einfache Bauernhäuser und auch solche von reicheren Bauern, Scheunen, Ställe, eine Windmühle, ein Schulhaus und eine hölzerne Kirche aus dem 17. Jahrhundert steht alles in eine wunderschöne Landschaft gebettet am Gołun-See.Bei der Mühle begann der Rundgang.

Im nächstgelegenen Haus, das Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut worden ist, hat uns eine junge Frau alles gezeigt und englische Erklärungen abgegeben. Es sah darin aus wie bei den Großeltern.

An einer Marienfigur vorbei kamen wir zu dem Haus, das einer reichen Familie gehört hat.

Auch solche Möbel und das Waschgeschirr haben wir noch in unserer Kindheit erlebt.

Gisela hatte solch ein Pult geerbt und daran ihre Hausaufgaben gemacht.

Der Geschirrschrank von Giselas Großeltern sah ganz ähnlich aus.

Das Spruchtuch an der Wand in deutscher Sprache!

Gegenüber von diesem Hauses steht die hölzerne Kirche aus dem 17. Jahrhundert.

Unter der Krone das Taufbecken.

Die Kirche hat uns eine ältere Frau auf Deutsch erklärt. Deutsch hatte sie von ihrer Großmutter gelernt.

Westpommern hat ja eine wechselvolle Geschichte und viele Zugehörigkeiten erlebt. In einem großen Scheunengebäude war eine Fotoausstellung zu sehen vom Leben einer deutschen Gutsherrenfamilie in dieser Gegend Ende des 19. Jahrhunderts.

Wir empfanden das als gutes Zeichen der Völkerverständigung.

Die einklassige Schule mit der Glocke gehörte in jedes Dorf.

Ein Bauernhof mit Stallungen und Kinderspielzeug ist sehr anschaulich gestaltet.

Gärten werden ein wenig bewirtschaftet.

Ein Backofen gehörte natürlich auch in jedes Dorf.

Schreckliche Vorstellung, dass Menschen in Erdbehausungen lebten.

Das Restaurant mit schönen Buntglasfenstern haben wir nicht besucht.

Dafür noch ein einfaches, kleines Haus, in dem eine kaschubische Großfamilie gelebt hat.

Auf der Wiese ist dem Gründerpaar Teodora und Isydor Gulgowski ein Denkmal gesetzt worden.

18. Mai Danzig nach Wdzydze Kiszewskie

In Danzig hatten wir schon an Günter Grass gedacht, der in seinem Roman „Die Blechtrommel“ der Stadt ein Denkmal gesetzt hat. Dabei hatten wir aber versäumt, die Alte Post zu besuchen, in der sich Postbeamte 1939 gegen die einmarschierende Wehrmacht verschanzt hatten. Ein Ereignis, das Günther Grass auch im Roman beschrieben hat.

Die Romanfigur der kaschubischen Großmutter von Oskar Matzerath gab den Anstoß, heute nach Südwesten an einen See zu fahren, bei dem es ein Freilichtmuseum mit einem kaschubischen Dorf zu sehen gibt. Die Kaschuben sind eine Volksgruppe mit eigener Sprache und eigener Tracht, die im weiteren Umkreis von Danzig zu Hause ist. Günther Grass war auch Kaschube.

Vor unserer Abreise aus Danzig sahen wir vom Campingplatz gegenüber die Riesenwohnmobile in Kolonne starten. Wir waren zuerst noch bei der V+E. Als wir nach dem Verlassen des Campingplatzes an einer Baustellenampel ankamen, hatten sie und ein entgegenkommender Bus sich dort festgefahren. Es dauerte eine Weile, bis der Busfahrer die Initiative ergriffen und sich an ihnen vorbeigedrückt hatte.

Wir sind zum Tanken und zu einem Supermarkt zum Einkaufen gefahren. Auf dem Parkplatz hatten wir Glück, dass wir in einer Ecke stehen konnten, wo wir niemanden behinderten. Es herrschte samstägliches Gewimmel. Als wir endlich an der Kasse fertig waren, goss es in Strömen! Warten hat nicht geholfen, und so haben wir die Einkäufe in Taschen geladen und sind mit Schirm halbwegs trocken ins Womo gelangt. Hier gab es erstmal Mittagessen, und als wir reisefertig waren, hatte der Regen aufgehört und das Gewimmel auf dem Parkplatz war weniger geworden.

Auf breiten Straßen haben wir Danzig verlassen und sind auf der Landstraße 20 nach Südwesten abgebogen. Die Straße war stark befahren, aber gut. Die Landschaft wurde immer schöner, je weiter wir uns von Danzig entfernten. Die letzte Eiszeit hat hier durch Endmoränen eine Landschaft aus Seen und Hügeln geschaffen, die heutzutage zu ökologischen Parks erklärt sind. Wir fuhren durch Wälder, ein paar Dörfer und Felder und erreichten schließlich ein Freizeitzentrum an einem See, in dem es auch Wohnmobilplätze gibt. In der Nähe liegt das kaschubische Freilichtmuseum, das wir morgen besuchen wollen. Wir wurden von einer jungen Frau freundlich begrüßt und konnten uns unseren Platz aussuchen. Ein paar Wohnwagen und Wohnmobile sind hier und Leute, die ihre Boote hier liegen haben. Außerdem sind einige Ferienhäuschen bewohnt. Wir haben sehr genossen, dass die Sonne kam und wir bei 23 Grad im Schatten Sommerkleidung anziehen konnten.

Am Abend hatten sich auch die letzten Wolken verzogen und wir hoffen auf einen sonnigen Tag morgen!

17. Mai Danzig

Ein bisschen mehr wollten wir noch von Danzig sehen als die Rechtstadt und sind heute mit der Bahn bis zum Hauptbahnhof gefahren.

Gegenüber kamen wir durch ein modernes Einkaufszentrum in die Altstadt, die verwirrenderweise jünger ist als die Rechtstadt.

Unser erstes Ziel war das Altstädtische Rathaus, das 1595 erbaut wurde.

Der berühmteste Ratsherr Jan Hewelius, der von 1611 bis 1687 gelebt hat, ist davor auf einem Denkmal verewigt. Er hatte Jura studiert, übernahm die Brauerei seines Vaters und widmete sich der Astronomie. Er galt als einer der bedeutendsten Astronomen seiner Zeit und wurde sowohl von Ludwig XIV. als auch dem polnischen König Johann III. Sobieski unterstützt.

Durch eine Grünanlage erreichten wir wenig später die Große Mühle auf der Radaune-Insel. Sie bekommt zur Zeit ein neues Dach. Bis 1945 war sie in Betrieb. Jetzt gibt es allerdings nur noch wenige Mühlsteine zu sehen und das Gebäude wird anders genutzt.

Sie wurde, genau wie der Radaune-Kanal, im 14. Jahrhundert von den Deutschherren errichtet und wurde zuerst durch zwölf und später von achtzehn Mühlrädern angetrieben. Die Ritter des Deutschen Ordens waren von 1308 bis 1454 Herrscher über die Stadt Danzig.

Gegenüber der Großen Mühle steht die Katharinenkirche. Mit ihrem Bau wurde im 13. Jahrhundert begonnen, Erweiterungsbauten entstanden in den folgenden beiden Jahrhunderten. Im Zuge der Reformation wurde sie 1525 evangelisch, nach 1945 wieder katholisch. Sie war stark zerstört, wurde wieder aufgebaut und ist 2006 nochmal ausgebrannt.

In der Katharinenkirche ist Johann Hewelius beigesetzt und auch hier gibt es ein Denkmal.

Die Kirche sieht stark beschädigt aus, aber das Baptisterium hat man wohl retten können.

Von hier aus stießen wir zufällig auf die alte Markthalle von Danzig, wo wir endlich mal wieder Spargel kaufen konnten!

Wenig später erreichten wir wieder das Ufer der Mottlau mit der Hebebrücke. Nach einer Trinkpause in einem Café sind wir zunächst an der Mottlau und dann am Radaunekanal entlanggegangen.

Auf der anderen Seite ragt das moderne Gebäude des Historischen Museums von Danzig.

Auch andere moderne Gebäude sind außerhalb des Altstadtkerns entstanden.

Auf der Altstädter Seite stehen noch Fachwerkhäuschen am Radaunekanal. Es wirkt alles wesentlich beschaulicher als in der Rechtstadt.